ISO 14067 - Der Standard für Ihren CO₂-Nachweis (PCF)
ISO 14067 legt fest, wie Unternehmen den CO₂-Fußabdruck ihrer Produkte messen und transparent berichten. Diese internationale Norm schafft Klarheit darüber, welche Emissionen entlang des gesamten Lebenszyklus berücksichtigt werden müssen – von der Rohstoffgewinnung bis zur Entsorgung. Sie bietet eine einheitliche Grundlage, um den Product Carbon Footprint (PCF) nachvollziehbar, vergleichbar und überprüfbar zu machen.

Wer Nachhaltigkeit glaubwürdig belegen will, nutzt ISO 14067 als Werkzeug für Vertrauen und Transparenz. Die Norm hilft, Emissionen systematisch zu erfassen, zu bewerten und zu reduzieren. Unternehmen, die ihre PCF-Studien nach ISO 14067 verifizieren lassen, sichern sich Wettbewerbsvorteile und stärken ihre Position im Markt. Mehr Informationen zur praktischen Umsetzung bietet die TÜV SÜD Übersicht zum Product Carbon Footprint.
ISO 14067 lässt sich leicht in bestehende Umwelt- oder ESG-Strategien integrieren. Sie unterstützt Betriebe dabei, gesetzliche Anforderungen wie CBAM oder die EU-Batterieverordnung zu erfüllen. Mit einem validierten PCF zeigen Unternehmen, dass sie Verantwortung übernehmen und aktiv zur Dekarbonisierung beitragen.
Das Wichtigste in Kürze:
- ISO 14067 definiert klare Regeln zur Berechnung und Kommunikation des CO₂-Fußabdrucks.
- Die Verifizierung nach ISO 14067 stärkt Glaubwürdigkeit und Marktposition.
- Die Norm unterstützt Unternehmen bei der Integration von Klimazielen in ihre Geschäftsstrategien.
Kostenlose Erstberatung
Was ist ISO 14067?
ISO 14067 definiert, wie Unternehmen den CO₂-Fußabdruck ihrer Produkte berechnen, bewerten und berichten. Er schafft eine gemeinsame Grundlage für klimaneutrale Strategien, belastbare Nachweise und ein wirksames Klimamanagement entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
Ziele, Vorteile und Anwendungsbereich der ISO 14067
Die ISO 14067 legt Anforderungen und Leitlinien für die Quantifizierung des Product Carbon Footprint (PCF) fest. Sie basiert auf den internationalen Normen ISO 14040 und ISO 14044 zur Ökobilanzierung. Ziel ist es, die Treibhausgasemissionen (THG) eines Produkts über seinen gesamten Lebenszyklus zu erfassen – von der Rohstoffgewinnung bis zur Entsorgung.
Unternehmen erhalten dadurch ein klares Verfahren zur Berechnung und Kommunikation ihres CO₂-Fußabdrucks, wie es etwa auf DIN.de beschrieben wird. Der Standard unterstützt sie dabei, Emissionen transparent zu dokumentieren und Maßnahmen zur Reduktion zu planen.
Ein zentraler Vorteil liegt in der Vergleichbarkeit von Produkten. Durch einheitliche Kriterien können Unternehmen ihre Klimawirkung objektiv darstellen und Fortschritte im Klimaschutz nachvollziehbar belegen. Die Norm gilt für alle Branchen und Produktarten, unabhängig von Größe oder Markt.
Abgrenzung zu anderen Klimastandards
ISO 14067 unterscheidet sich von allgemeinen Umweltmanagementnormen wie ISO 14001, da sie sich speziell auf den CO₂-Fußabdruck einzelner Produkte konzentriert. Während ISO 14001 ein umfassendes Umweltmanagementsystem beschreibt, liefert ISO 14067 konkrete Regeln zur Berechnung und Berichterstattung von Emissionen.
Im Vergleich zu freiwilligen Klimainitiativen bietet ISO 14067 eine wissenschaftlich fundierte und international anerkannte Grundlage. Sie schafft Konsistenz mit den Prinzipien der Ökobilanzierung und wird häufig als Basis für Klimaneutralitätsnachweise genutzt.
Sie ist Teil der ISO-14000-Familie und ergänzt bestehende Standards, indem sie klare Anforderungen für die Quantifizierung und Kommunikation von Treibhausgasen definiert.
Relevanz für Unternehmen und Produkte
Für Unternehmen ist ISO 14067 ein Schlüsselwerkzeug, um CO₂-Nachweise glaubwürdig zu erstellen und Klimaziele messbar zu verfolgen. Sie ermöglicht es, Emissionen entlang der Lieferkette zu identifizieren und gezielt zu reduzieren.
Die Anwendung stärkt das Vertrauen von Kunden, Investoren und Behörden. Eine geprüfte Verifizierung des Product Carbon Footprint durch unabhängige Stellen wie DQS Global bestätigt die Einhaltung der Norm und erhöht die Marktakzeptanz.
Unternehmen, die ISO 14067 konsequent anwenden, verbessern ihr Klimamanagement und schaffen die Grundlage für klimaneutrale Produkte. Damit wird der Standard zu einem zentralen Instrument für nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit und glaubwürdige Umweltkommunikation.
Kostenlose Erstberatung
Grundprinzipien der ISO 14067
Die ISO 14067 legt klare methodische Anforderungen für die Berechnung des Carbon Footprints von Produkten fest. Sie definiert, wie Treibhausgasemissionen entlang des gesamten Lebenszyklus eines Produkts erfasst, bewertet und berichtet werden. Präzision, Nachvollziehbarkeit und Vergleichbarkeit stehen dabei im Mittelpunkt.
Lebenszyklusperspektive
Die Norm basiert auf der Lebenszyklusanalyse (LCA) nach ISO 14040 und ISO 14044. Sie betrachtet alle Phasen eines Produkts – von der Rohstoffgewinnung über Herstellung, Nutzung bis hin zur Entsorgung. Diese ganzheitliche Sichtweise verhindert, dass Emissionen einfach in andere Lebensphasen verlagert werden.
Unternehmen müssen direkte und indirekte Emissionen berücksichtigen. Dazu gehören Energieverbrauch, Transport, Materialeinsatz und Abfallmanagement. Nur so entsteht ein vollständiges Bild der Klimawirkung.
Die Anwendung der Lebenszyklusperspektive hilft, Emissions-Hotspots zu identifizieren und gezielt Maßnahmen zur Reduktion zu planen. Laut DIN EN ISO 14067 gilt diese Methode ausschließlich für die Wirkungskategorie Klimawandel, wodurch die Ergebnisse fokussiert und vergleichbar bleiben.
Wichtige Schritte:
- Datenerfassung entlang der gesamten Wertschöpfungskette
- Berechnung der CO₂-Äquivalente
- Bewertung der wichtigsten Emissionsquellen
Transparenz und Konsistenz
Transparenz und Konsistenz sind zentrale Prinzipien der ISO 14067. Jede Annahme, Berechnung und Datenquelle muss nachvollziehbar dokumentiert werden. Dies ermöglicht eine objektive Überprüfung und stärkt das Vertrauen in die Ergebnisse.
Die Norm verlangt, dass alle Methoden und Systemgrenzen klar beschrieben werden. Änderungen in der Methodik oder Datengrundlage müssen offengelegt werden, um Vergleichbarkeit sicherzustellen.
Unternehmen, die ihre Ergebnisse offenlegen, schaffen Glaubwürdigkeit und erleichtern die Verifizierung des Product Carbon Footprint nach ISO 14067.
Zentrale Anforderungen:
- Einheitliche Berechnungsregeln anwenden
- Datenquellen dokumentieren
- Ergebnisse klar und verständlich kommunizieren
Diese Prinzipien fördern eine verlässliche Bewertung von Treibhausgasemissionen und unterstützen Organisationen dabei, ihre Umweltleistung messbar zu verbessern.
Kostenlose Erstberatung
Product Carbon Footprint (PCF) nach ISO 14067
Der Product Carbon Footprint (PCF) bewertet die gesamten Treibhausgasemissionen eines Produkts über seinen Lebenszyklus. Er zeigt, wie viel CO₂-Äquivalent (CO₂e) entsteht – von der Rohstoffgewinnung bis zur Entsorgung. Die Norm ISO 14067 bietet dafür ein einheitliches, wissenschaftlich fundiertes Verfahren zur Berechnung und Berichterstattung.
Definition und Bedeutung des PCF
Der PCF beschreibt die Summe aller direkten und indirekten Emissionen, die bei der Herstellung, Nutzung und Entsorgung eines Produkts entstehen. Nach der DIN EN ISO 14067 basiert die Berechnung auf den Prinzipien der Life Cycle Assessment (LCA) nach ISO 14040 und 14044.
Er dient als messbare Kennzahl für den CO₂-Fußabdruck eines Produkts und ermöglicht Unternehmen, Emissionen gezielt zu analysieren und zu reduzieren.
Ein niedriger PCF stärkt Glaubwürdigkeit und Umweltleistung, da er Transparenz über Klimawirkungen schafft.
Unternehmen nutzen den PCF für ESG-Reporting, Produktvergleiche oder zur Kommunikation gegenüber Kunden.
Er unterstützt auch die Entwicklung klimafreundlicherer Prozesse, indem er aufzeigt, in welchen Lebensphasen die größten CO₂e-Anteile anfallen.
Abgrenzung: PCF vs. CCF
Der Product Carbon Footprint (PCF) bezieht sich auf ein einzelnes Produkt, während der Corporate Carbon Footprint (CCF) die gesamten Unternehmensaktivitäten abbildet.
Beide beruhen auf denselben methodischen Grundlagen, unterscheiden sich jedoch im Betrachtungsobjekt.
| Merkmal |
PCF |
CCF |
| Betrachtungsebene |
Produkt |
Unternehmen |
| Norm |
ISO 14067 |
ISO 14064-1 |
| Ziel |
Vergleich und Optimierung einzelner Produkte |
Ganzheitliche Klimastrategie |
| Ergebnis |
CO₂e pro Funktionseinheit |
CO₂e pro Jahr |
Der PCF liefert produktbezogene Daten, die in der Lieferkette oder im Produktdesign genutzt werden können.
Der CCF dagegen zeigt, wie effizient ein Unternehmen insgesamt mit Energie und Ressourcen umgeht.
Systemgrenzen und Scopes im PCF
Die ISO 14067 fordert eine klare Definition der Systemgrenzen. Unternehmen müssen festlegen, welche Lebenszyklusphasen in die Berechnung einfließen – etwa Rohstoffgewinnung, Produktion, Transport, Nutzung und Entsorgung.
Diese Abgrenzung verhindert Doppelzählungen und sorgt für Vergleichbarkeit.
Emissionen werden in drei Bereiche gegliedert:
- Scope 1: Direkte Emissionen aus eigenen Anlagen oder Fahrzeugen
- Scope 2: Indirekte Emissionen aus eingekaufter Energie
- Scope 3: Weitere indirekte Emissionen entlang der Wertschöpfungskette
Nach dem Leitfaden der IHK sollten möglichst alle Scopes berücksichtigt werden, um ein vollständiges Bild des CO₂-Fußabdrucks zu erhalten.
Nur so lässt sich der tatsächliche Klimabeitrag eines Produkts präzise und nachvollziehbar bestimmen.
Kostenlose Erstberatung
Schritte zur Berechnung und Dokumentation des PCF
Die Erstellung eines Product Carbon Footprints (PCF) nach ISO 14067 erfordert präzise Datenerfassung, nachvollziehbare Berechnungen und eine transparente Dokumentation. Jede Phase beeinflusst die Genauigkeit des CO₂-Nachweises und bildet die Grundlage für glaubwürdige Umweltbewertungen.
Datenerhebung und Emissionsfaktoren
Für die Berechnung des PCF werden Daten aus allen Lebenszyklusphasen eines Produkts benötigt – von der Rohstoffgewinnung bis zur Entsorgung. Unternehmen müssen primäre Aktivitätsdaten (z. B. Energieverbrauch, Materialeinsatz) und sekundäre Daten aus anerkannten Datenbanken wie GEMIS erfassen.
Emissionsfaktoren beschreiben, wie viel CO₂-Emissionen pro Einheit einer Aktivität entstehen. Sie können aus nationalen oder internationalen Quellen stammen, etwa der Umweltbundesamt-Datenbank oder branchenspezifischen Leitfäden.
| Datentyp |
Beispiel |
Quelle |
| Energieverbrauch |
Strom, Gas |
Lieferantendaten, GEMIS |
| Materialeinsatz |
Rohstoffe, Verpackung |
Lieferantenangaben |
| Transport |
LKW, Schiff, Flugzeug |
Logistikdaten, Standardfaktoren |
Eine korrekte Auswahl der Emissionsfaktoren ist entscheidend, um Verzerrungen zu vermeiden. Die DIN EN ISO 14067 fordert, dass alle Daten relevant, vollständig und konsistent sind.
Berechnungsmethoden und Unsicherheiten
Die Berechnung folgt den Grundsätzen der Life Cycle Assessment (LCA) nach ISO 14040 und 14044. Dabei werden alle Treibhausgasemissionen in CO₂-Äquivalente (CO₂e) umgerechnet.
Typische Methoden sind:
- Prozessbasierte Analyse: detaillierte Erfassung einzelner Prozessschritte.
- Input-Output-Analyse: Nutzung volkswirtschaftlicher Daten für komplexe Lieferketten.
- Hybride Ansätze: Kombination beider Methoden zur besseren Abdeckung.
Unsicherheiten entstehen durch fehlende Daten, Annahmen oder veraltete Emissionsfaktoren. Unternehmen sollten diese mit Sensitivitätsanalysen und Qualitätssicherungssystemen (QES) bewerten.
Ein praxisnaher Leitfaden zur Berechnung bietet Plant-my-Tree, der KMU durch alle Schritte der PCF-Erstellung begleitet.
Dokumentations- und Nachweispflichten
Die Dokumentation muss alle Annahmen, Datenquellen und Berechnungsschritte klar belegen. Nur so kann der PCF prüfbar und nachvollziehbar bleiben.
Wichtige Nachweise umfassen:
- Datengrundlagen: verwendete Aktivitätsdaten und Emissionsfaktoren.
- Methodische Entscheidungen: Systemgrenzen, funktionelle Einheit, Allokationsregeln.
- Ergebnisse und Unsicherheiten: CO₂-Emissionen pro Produkteinheit.
Nach ISO 14067 ist Transparenz Pflicht. Unternehmen sollten Berichte so gestalten, dass sie sowohl internen Prüfungen als auch externen Verifizierungen standhalten. Anbieter wie DQS oder Deloitte bieten unabhängige Prüfungen an, um die Glaubwürdigkeit der Nachweise zu sichern.
Kostenlose Erstberatung
Validierung, Audit und Verifizierung nach ISO 14067
Unternehmen, die ihren Product Carbon Footprint (PCF) glaubwürdig nachweisen möchten, müssen strenge Prüfprozesse durchlaufen. Diese beinhalten die Validierung der Datengrundlage, ein systematisches Audit und die unabhängige Verifizierung nach internationalen Normen wie ISO 14067 und ISO 14064.
Anforderungen an die Validierung
Die Validierung prüft, ob die angewandte Methodik zur Berechnung des CO₂-Fußabdrucks geeignet ist. Sie bewertet Annahmen, Systemgrenzen und Datenquellen auf Plausibilität und Vollständigkeit. Eine Validierung gemäß ISO 14067 in Verbindung mit ISO 14064‑3 bietet zusätzliche Sicherheit über die Richtigkeit des gewählten Ansatzes.
Wesentliche Anforderungen sind:
- Nachvollziehbare Datenerhebung über alle Lebenszyklusphasen.
- Dokumentierte Emissionsfaktoren und Berechnungsmodelle.
- Klare Definition von Systemgrenzen und funktionellen Einheiten.
Die Validierung erfolgt meist vor der eigentlichen Berechnung, um spätere Anpassungen zu vermeiden. Sie schafft Vertrauen bei Investoren und Kunden, dass die CO₂-Bilanz methodisch fundiert ist. Anbieter wie TÜV NORD oder TÜV Thüringen führen diese Prüfungen nach akkreditierten Verfahren durch.
Ablauf und Vorbereitung des Audits
Das Audit überprüft die Datenqualität und deren Konformität mit ISO 14067 und den Normen der ISO 14064‑Reihe. Es besteht aus mehreren Schritten:
- Vorbereitung: Sammlung relevanter Unterlagen und Definition des Prüfrahmens.
- Prüfplanung: Festlegung der Auditziele, Zeitrahmen und Prüfumfang.
- Durchführung: Kontrolle der Emissionsdaten, Interviews mit Verantwortlichen und ggf. Standortbegehungen.
- Nachbearbeitung: Erstellung eines Prüfberichts mit Korrekturhinweisen.
Ein gut vorbereitetes Audit spart Zeit und vermeidet Nachforderungen. Alle relevanten Emissionsquellen, wie Energieverbrauch, Transport oder Rohstoffeinsatz, müssen dokumentiert sein. Unternehmen, die bereits nach ISO 14064‑1 oder ISO 14064‑2 berichten, können vorhandene Datenstrukturen effizient nutzen.
Verifizierung durch unabhängige Stellen
Die Verifizierung bestätigt die Genauigkeit und Vollständigkeit der geprüften Daten. Sie erfolgt durch unabhängige, akkreditierte Organisationen wie TÜV SÜD oder DQS.
Ziel ist es, sicherzustellen, dass der ausgewiesene PCF den Normanforderungen entspricht. Die Verifizierungsstelle prüft Berichte, Nachweise und Berechnungsmodelle nach ISO 14064‑3.
Nach erfolgreicher Prüfung erhalten Unternehmen eine Bestätigung, die ihren CO₂-Nachweis offiziell belegt. Diese kann zusätzlich mit Standards wie dem Verified Carbon Standard (VCS) kombiniert werden, um internationale Vergleichbarkeit zu schaffen.
Eine unabhängige Verifizierung stärkt die Glaubwürdigkeit und ermöglicht es, CO₂-Reduktionen transparent und überprüfbar zu kommunizieren.
Kostenlose Erstberatung
Integration in Managementsysteme und ESG-Strategien
Die ISO 14067 lässt sich wirkungsvoll in bestehende Managementsysteme einbinden. Unternehmen können dadurch ihre CO₂-Bilanz effizienter steuern, Energieeinsparungen gezielt umsetzen und gesetzliche ESG-Anforderungen erfüllen. Eine strukturierte Integration fördert Transparenz, Nachweisfähigkeit und kontinuierliche Verbesserung.
Kombination mit Energiemanagement nach ISO 50001
Ein Energiemanagementsystem nach ISO 50001 ergänzt die CO₂-Bilanzierung nach ISO 14067 optimal. Beide Normen basieren auf messbaren Kennzahlen und kontinuierlicher Verbesserung. Während ISO 14067 den Product Carbon Footprint (PCF) erfasst, legt ISO 50001 den Fokus auf Energieeffizienz und Verbrauchsreduktion.
Unternehmen, die beide Systeme kombinieren, können Energieflüsse präzise analysieren und Emissionen gezielt senken. Diese Verbindung schafft Synergien zwischen Energie- und Klimamanagement.
Ein gemeinsames Datenmanagement erleichtert die Berichterstattung und reduziert Doppelarbeit. So entsteht ein integrierter Ansatz, der sowohl ökologische als auch wirtschaftliche Vorteile bringt. Die ISO 50001 unterstützt dabei, Energieziele messbar zu gestalten und Fortschritte regelmäßig zu bewerten.
Klimamanagementsysteme und HLS
Die High Level Structure (HLS) bildet die gemeinsame Grundlage vieler ISO-Normen. Sie ermöglicht es, ein integriertes Managementsystem (IMS) aufzubauen, das Umwelt-, Energie- und Klimaziele vereint.
Ein Unternehmen kann ISO 14067 nahtlos mit ISO 14001 oder ISO 50001 verknüpfen, da die HLS einheitliche Begriffe, Prozesse und Dokumentationsanforderungen nutzt. Diese Struktur erleichtert die Integration und verringert den Verwaltungsaufwand.
Ein Klimamanagementsystem auf HLS-Basis stärkt die Steuerung von Treibhausgasemissionen. Es unterstützt die Planung, Umsetzung und Überwachung von Reduktionsmaßnahmen über den gesamten Produktlebenszyklus. Dadurch lassen sich Fortschritte klar nachweisen und in Nachhaltigkeitsberichten transparent darstellen.
ESG-Anforderungen und CSRD
Die ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) gewinnen durch gesetzliche Vorgaben wie die CSRD (Corporate Sustainability Reporting Directive) an Bedeutung. Unternehmen müssen künftig detaillierte Daten zu Emissionen und Klimazielen offenlegen.
Die CO₂-Bilanzierung nach ISO 14067 liefert hierfür belastbare Kennzahlen. Diese Werte fließen direkt in ESG-Berichte ein und erfüllen die Transparenzanforderungen der EU.
Ein strukturiertes Managementsystem unterstützt die Prüfbarkeit der Daten und stärkt das Vertrauen von Investoren und Kunden. Durch die Verbindung von ISO 14067 mit ESG-Strategien schaffen Unternehmen eine klare Grundlage für glaubwürdige Nachhaltigkeitskommunikation und langfristige Compliance.
Kostenlose Erstberatung
Praxisbeispiele, Nutzen und Herausforderungen
Die Anwendung der DIN EN ISO 14067 ermöglicht es Unternehmen, ihre Treibhausgasemissionen präzise zu erfassen und gezielt zu reduzieren. Sie stärkt Transparenz, Wettbewerbsfähigkeit und ökologische Verantwortung entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
Vorteile für Unternehmen und Vertrieb
Unternehmen, die ihren Product Carbon Footprint (PCF) nach ISO 14067 berechnen, schaffen Vertrauen bei Kundinnen, Investoren und Partnern. Ein klarer CO₂-Nachweis verbessert die Marktposition und unterstützt glaubwürdige Nachhaltigkeitskommunikation.
Im Vertrieb können Produkte mit nachgewiesen niedrigem CO₂-Fußabdruck als Wettbewerbsvorteil genutzt werden. Käufer bevorzugen zunehmend klimafreundliche Alternativen, was Absatzchancen erhöht.
Die Norm fördert auch interne Effizienz. Durch die Analyse von Emissionsquellen erkennen Unternehmen Einsparpotenziale und senken Kosten. Laut DIN trägt die Anwendung standardisierter Methoden zur Reduktion von Treibhausgasen und zur Einhaltung regulatorischer Anforderungen wie der CSRD bei.
Vergleichbarkeit und Rückverfolgbarkeit
Ein zentraler Nutzen der ISO 14067 liegt in der Vergleichbarkeit von Produkten. Einheitliche Berechnungsmethoden stellen sicher, dass CO₂-Daten verschiedener Hersteller objektiv gegenübergestellt werden können.
Diese Transparenz erleichtert die Rückverfolgbarkeit entlang der Lieferkette. Unternehmen erkennen, wo die größten Emissionen entstehen, und können gezielt Maßnahmen einleiten.
In Branchen wie dem Bauwesen werden dafür Environmental Product Declarations (EPD) nach EN 15804 eingesetzt. Sie liefern standardisierte Datensätze, die eine konsistente Bewertung von Baumaterialien ermöglichen.
| Vorteil |
Beschreibung |
| Einheitlichkeit |
Gleiche Berechnungsmethodik für alle Produkte |
| Transparenz |
Offenlegung der Emissionsquellen |
| Vergleichbarkeit |
Faire Wettbewerbsbedingungen durch gleiche Kriterien |
Kreislaufwirtschaft und Recycling
Die ISO 14067 unterstützt Unternehmen bei der Integration von Kreislaufwirtschaft und Recycling in ihre Produktstrategien. Durch die Analyse des gesamten Lebenszyklus werden Materialien und Prozesse identifiziert, die wiederverwendet oder recycelt werden können.
Im Bauwesen nutzt das Institut Bauen und Umwelt (IBU) Lebenszyklusdaten, um die Umweltleistung von Baustoffen zu bewerten. Die Ökobilanz-Datenbank Ökobaudat in Berlin bietet ergänzende Informationen für Planer und Hersteller.
Unternehmen, die Recyclingquoten erhöhen, senken ihren PCF und verringern gleichzeitig Klimarisiken. Diese Maßnahmen tragen zur Dekarbonisierung bei, indem weniger Primärrohstoffe benötigt und CO₂-intensive Produktionsschritte vermieden werden.
Herausforderungen bei Scope 3 und Dekarbonisierung
Die größte Schwierigkeit bei der Umsetzung der ISO 14067 liegt oft in der Erfassung von Scope 3-Emissionen. Diese entstehen außerhalb des direkten Einflussbereichs, etwa bei Zulieferern, Transport oder Nutzung der Produkte.
Viele Unternehmen müssen komplexe Datenströme koordinieren, um vollständige und verlässliche Emissionsbilanzen zu erstellen.
Die Dekarbonisierung verlangt langfristige Strategien. Dazu gehören der Einsatz erneuerbarer Energien, Lieferantentraining und digitale Überwachungssysteme. Unternehmen, die frühzeitig handeln, reduzieren Risiken durch Klimawandel und sichern ihre Wettbewerbsfähigkeit in einem zunehmend regulierten Markt.
Kostenlose Erstberatung
Häufig gestellte Fragen:
Unternehmen erfassen zunächst alle relevanten Daten zu Materialien, Energieverbrauch und Transport. Anschließend folgt eine Lebenszyklusanalyse von der Rohstoffgewinnung bis zur Entsorgung.
Die Norm definiert klare Vorgaben zur Datenerhebung, Berechnung und Dokumentation. Eine strukturierte Vorgehensweise nach ISO 14067 stellt sicher, dass Ergebnisse vergleichbar und nachvollziehbar bleiben.
Wie kann ich die Treibhausgasemissionen meines Produkts gemäß ISO 14067 zuverlässig quantifizieren?
Zur Quantifizierung werden direkte und indirekte Emissionen erfasst und in CO₂-Äquivalente umgerechnet. Die Norm fordert die Anwendung konsistenter Methoden und transparenter Annahmen.
Unternehmen nutzen häufig Softwarelösungen oder spezialisierte Beratungen, um genaue Ergebnisse zu erhalten. ISO 14067 unterstützt dabei, Unsicherheiten zu minimieren und Datenqualität zu sichern.
Welche Methoden werden für die Verifizierung der CO₂-Emissionen im Rahmen von ISO 14067 empfohlen?
Eine unabhängige Verifizierung durch akkreditierte Prüfstellen wird empfohlen. Diese prüft Berechnungen, Datenquellen und Annahmen auf Plausibilität und Vollständigkeit.
Zertifizierungsstellen wie TÜV Thüringen oder SGS bieten standardkonforme Prüfverfahren an, um die Glaubwürdigkeit des PCF zu gewährleisten.
Welche Rolle spielt die Lebenszyklusanalyse (LCA) bei der Umsetzung der ISO 14067?
Die Lebenszyklusanalyse (LCA) bildet die Grundlage für jede CO₂-Bilanz nach ISO 14067. Sie bewertet Emissionen über alle Phasen des Produktlebens, von der Herstellung bis zur Nutzung und Entsorgung.
Durch die Integration der LCA in den PCF-Prozess können Unternehmen Emissions-Hotspots identifizieren und gezielte Reduktionsmaßnahmen ableiten.
Wie unterscheidet sich ISO 14067 von anderen CO₂-Bilanzierungsstandards?
Im Vergleich zu allgemeinen Rahmenwerken wie dem GHG Protocol konzentriert sich ISO 14067 speziell auf den Produktlebenszyklus. Sie basiert auf den Prinzipien der ISO 14040 und ISO 14044 und betont Transparenz, Vergleichbarkeit und Konsistenz.
Dieser Fokus macht ISO 14067 zu einem führenden Standard für CO₂-Fußabdrücke, der international anerkannt ist.
Inwiefern trägt ISO 14067 zur Erreichung von Klimazielen und Nachhaltigkeitsstrategien bei?
Die Anwendung der Norm hilft Unternehmen, Emissionen messbar zu reduzieren und Fortschritte in Nachhaltigkeitsberichten transparent darzustellen.
Durch die Identifikation von Emissionsquellen unterstützt ISO 14067 Organisationen dabei, wirksame Klimastrategien zu entwickeln und ihre Umweltleistung langfristig zu verbessern.
Wie läuft eine ISO 14067-Beratung ab?
Eine typische ISO 14067-Beratung umfasst:
- Analyse des Produktlebenszyklus (LCA)
- Datenerhebung zu Emissionen
- Berechnung des Product Carbon Footprint
- Erstellung eines Berichts gemäß ISO 14067
- Empfehlungen zur CO₂-Reduktion und Kommunikation
Was passiert bei einem ISO 14067-Audit?
Beim Audit wird überprüft, ob die Berechnung des PCF nach den Anforderungen der Norm durchgeführt wurde. Auditoren kontrollieren Datenquellen, Methoden und Dokumentation. Das Ergebnis ist ein Auditbericht und optional ein Zertifikat durch eine unabhängige Stelle.
Welche Schulungen oder Trainings gibt es zu ISO 14067?
Unsere Trainings vermitteln:
- Grundlagen der Norm und Methodik
- Berechnung und Bilanzierung von CO₂-Fußabdrücken
- Interpretation von Ergebnissen
- Vorbereitung auf Audits
Unsere Formate: Präsenzseminare, Online-Trainings, Inhouse-Schulungen