VDA 6.2 – Zertifizierung im Automotive-Qualitätsmanagement
VDA 6.2 ist ein Qualitätsmanagement-Standard, der speziell für Dienstleistungsunternehmen in der Automobilindustrie entwickelt wurde. Der Standard definiert die Anforderungen an Ihr Qualitätsmanagementsystem, wenn Ihre Dienstleistungen den Produktlebenszyklus in der Automobilbranche beeinflussen. Die Norm stammt vom Verband der Automobilindustrie (VDA) und orientiert sich in ihrem Aufbau an der ISO 9001.

Die Zertifizierung nach VDA 6.2 zeigt Ihren Kunden, dass Sie die Qualitätsanforderungen der Automobilindustrie erfüllen. Sie müssen dabei ein internes Auditprogramm entwickeln und alle Prozesse Ihres QM-Systems innerhalb von drei Jahren auditieren. Wir unterstützen Sie mit Auditierung, individueller Beratung sowie Schulung und Weiterbildung auf Ihrem Weg zur Zertifizierung.
Der Zertifizierungsprozess umfasst mehrere Schritte, von der Vorbereitung bis zur erfolgreichen Auditierung Ihres Qualitätsmanagementsystems. Mit der richtigen Vorbereitung und fachlicher Unterstützung können Sie die Anforderungen effizient umsetzen und Ihre Prozesse nachhaltig verbessern.
Das Wichtigste in Kürze:
- VDA 6.2 legt Quality Management Anforderungen für Dienstleister in der Automobilindustrie fest
- Alle Prozesse müssen innerhalb von drei Jahren durch interne Audits geprüft werden
- Die Zertifizierung erfordert ein vollständiges Qualitätsmanagementsystem nach VDA-Vorgaben
Wir bieten dazu folgende Leistungen an:
Auditierung
Beratung
Schulung
Weiterbildung
Kostenlose Erstberatung
Kernanforderungen und Aufbau von VDA 6.2
VDA 6.2 folgt der gleichen Struktur wie ISO 9001:2015 und fügt spezifische Anforderungen für Dienstleister in der Automobilindustrie hinzu. Die Norm definiert klare Regeln für Ihr Qualitätsmanagementsystem und legt fest, welche zusätzlichen Punkte Sie als Dienstleister erfüllen müssen.
Anwendungsbereich und Zielgruppen
VDA 6.2 richtet sich an Dienstleistungsunternehmen, die im Produktlebenszyklus für die Automobilindustrie arbeiten. Wenn Sie Dienstleistungen erbringen, die die Qualität von Automobilprodukten beeinflussen, ist diese Norm für Sie relevant.
Der Standard gilt für verschiedene Dienstleistungsbereiche. Dazu gehören beispielsweise Logistik, Lagerung, Transport, Montage oder Verpackung. Auch wenn Sie in der Wartung, Kalibrierung oder Prüfung tätig sind, fällt Ihr Unternehmen in den Anwendungsbereich.
Die Norm ermöglicht es Ihnen, Ihre Qualität, Zuverlässigkeit und Flexibilität offiziell zu dokumentieren. Sie können damit gegenüber Ihren Kunden in der Automobilindustrie nachweisen, dass Sie deren Qualitätsansprüche erfüllen.
Wesentliche Elemente des QM-Systems
Ihr QM-System nach VDA 6.2 basiert auf der High Level Structure des Annex SL. Diese Struktur verwendet die gleiche Kapiteleinteilung wie ISO 9001:2015. Das bedeutet, Sie finden Kapitel zu Kontext der Organisation, Führung, Planung, Unterstützung, Betrieb, Bewertung der Leistung und Verbesserung.
Die VDA 6.2 enthält nur noch die branchenspezifischen Zusatzforderungen. Die Grundanforderungen der ISO 9001:2015 werden nicht mehr direkt im Text aufgeführt, sondern es erfolgt lediglich ein Verweis. Sie benötigen daher beide Dokumente für die praktische Arbeit.
Die dienstleistungsspezifischen Anforderungen erscheinen in kursiver Schrift. Diese Kennzeichnung hilft Ihnen, schnell zu erkennen, welche Punkte über die ISO 9001 hinausgehen.
Zusätzliche Anforderungen im Vergleich zu ISO 9001
VDA 6.2 ergänzt die ISO 9001 um dienstleistungsspezifische Forderungen für die Automobilindustrie. Diese Zusatzanforderungen betreffen besonders die Prozesse, die direkt die Produktqualität beeinflussen.
Sie müssen zusätzliche Nachweise erbringen, die speziell auf Dienstleistungen zugeschnitten sind. Die Norm verlangt detailliertere Dokumentation Ihrer Abläufe als die reine ISO 9001. Dabei unterscheidet der VDA Volume 6 Part 2 klar zwischen Forderungen (die Sie erfüllen müssen) und Empfehlungen (die Sie berücksichtigen sollten).
Im Gegensatz zu VDA 6.1, der sich an Produktionsbetriebe richtet, konzentriert sich VDA 6.2 auf die Besonderheiten von Dienstleistungsprozessen. Sie müssen zeigen, wie Sie Ihre Dienstleistungsqualität sicherstellen und kontinuierlich verbessern.
Wie können wir Sie unterstützen?
Der Zertifizierungsprozess nach VDA 6.2
Der Zertifizierungsprozess nach VDA 6.2 folgt einem klar strukturierten Ablauf mit mehreren Prüfungsstufen. Sie durchlaufen Systemanalysen, Vor-Ort-Audits und regelmäßige Überwachungen, um die dauerhafte Erfüllung der Anforderungen nachzuweisen.
Ablauf und Stufen der Zertifizierung
Der Zertifizierungsprozess beginnt mit einem Vorgespräch zwischen Ihrem Unternehmen und der Zertifizierungsstelle. In diesem Gespräch klären Sie Ihre spezifischen Anforderungen und erhalten ein individuelles Angebot für die VDA 6.2 Zertifizierung.
Die erste Phase ist die Systemanalyse (Stufe 1). Hier prüft der Auditor Ihre Dokumentation, einschließlich der Ergebnisse für interne Audits und Managementbewertungen. Diese Phase stellt fest, ob Ihr Qualitätsmanagementsystem ausreichend entwickelt ist. Sorgfältig durchgeführte interne Audits sind hierbei ein wichtiger Nachweis für die Reife Ihres Systems.
Das Systemaudit (Stufe 2) folgt als nächster Schritt. Während diesem System Audit bewertet der Auditor vor Ort die praktische Umsetzung und Wirksamkeit Ihrer Managementprozesse. Sie erhalten ein detailliertes Abschlussgespräch mit konkreten Verbesserungsvorschlägen. Bei festgestellten Abweichungen vereinbaren Sie gemeinsam Maßnahmenpläne.
Nach erfolgreicher Prüfung bewertet die unabhängige Zertifizierungsstelle alle Auditergebnisse. Sie erhalten einen ausführlichen Auditbericht und bei Erfüllung aller Anforderungen Ihr VDA 6.2 Zertifikat. Dieses Zertifikat ist international anerkannt und belegt Ihre Qualitätsstandards in der Automobilindustrie.
Rolle von Zertifizierungsstellen und Auditoren
Zertifizierungsstellen wie DEKRA, TÜV Nord, TÜV Süd, DNV oder DQS führen VDA 6.2 Zertifizierungen durch. Diese Organisationen arbeiten neutral und unabhängig. Sie stellen sicher, dass die Bewertung objektiv erfolgt.
Die VDA 6.2 Auditoren verfügen über spezielle Qualifikationen und langjährige Erfahrung in der Automobilbranche. Sie kennen die besonderen Anforderungen an Dienstleistungsunternehmen im Produktlebenszyklus. Ihre Aufgabe ist es, Ihr Managementsystem zu bewerten und Verbesserungspotenziale aufzuzeigen.
Die Auditoren prüfen alle relevanten Prozesse in Ihrem Unternehmen. Sie bewerten sowohl die Dokumentation als auch die praktische Anwendung im Tagesgeschäft. Dabei achten sie besonders auf die Erfüllung der VDA 6.2 Anforderungen und die Wirksamkeit Ihrer Qualitätssicherungsmaßnahmen.
Die Zertifizierungsstelle bewertet nach Abschluss des Audits die Ergebnisse unabhängig vom Auditorenteam. Diese Trennung garantiert Ihnen eine objektive Zertifizierungsentscheidung. Bei positiver Bewertung erhalten Sie Ihr Zertifikat mit einer Gültigkeit von maximal drei Jahren.
Überwachungsaudits und Rezertifizierung
Ihr VDA 6.2 Zertifikat erfordert regelmäßige Überwachungsaudits im jährlichen Turnus. Diese Audits stellen sicher, dass Sie die Anforderungen kontinuierlich erfüllen. Die Auditoren prüfen dabei gezielt ausgewählte Bereiche Ihres Managementsystems.
Die Überwachungsaudits dienen der kontinuierlichen Verbesserung Ihrer Prozesse. Sie bieten Ihnen die Chance, Ihr System weiterzuentwickeln und an veränderte Anforderungen anzupassen. Die Auditoren bewerten auch die Umsetzung früherer Verbesserungsmaßnahmen.
Nach spätestens drei Jahren müssen Sie eine Rezertifizierung durchführen. Dieser Prozess beginnt rechtzeitig vor Ablauf Ihres Zertifikats. Sie sollten mindestens acht Wochen zwischen dem letzten Audittag und dem Ablaufdatum einplanen, um bei Bedarf Korrekturmaßnahmen umzusetzen.
Die Rezertifizierung umfasst eine umfassende Bewertung Ihres gesamten Managementsystems. Etwaige Nachaudits finden mindestens zwei Wochen vor Ablauf der Gültigkeit statt. So vermeiden Sie Lücken in Ihrer Zertifizierung.
Integration weiterer Standards und kontinuierliche Verbesserung
Sie können VDA 6.2 mit anderen Standards kombinieren. Wenn Sie bereits eine Zertifizierung nach ISO 45001, VDA 6.1 oder VDA 6.4 besitzen, lässt sich der Zertifizierungsprozess verkürzen. Die gemeinsame Basis des VDA Volume 6 ermöglicht effiziente Integrationen.
VDA 6.1 gilt für Produktionsprozesse, während VDA 6.4 Werkzeug- und Formenbauer betrifft. VDA 6.2 fokussiert sich auf Dienstleistungen im Produktlebenszyklus. Diese Standards aus der Reihe VDA 6.x und dem VDA Volume 6 ergänzen sich gegenseitig. Sie decken gemeinsam die gesamte automotive Wertschöpfungskette ab. Durch die systematische Anwendung fördern sie die kontinuierliche Verbesserung Ihrer Prozesse und stärken Ihre Wettbewerbsfähigkeit.
Kontaktieren Sie uns jetzt!
Häufig gestellte Fragen:
Welche spezifischen Anforderungen stellt die VDA 6.2 für Dienstleistungsbetriebe?
Die VDA 6.2 verlangt von Ihrem Unternehmen ein vollständiges Qualitätsmanagementsystem, das alle Prozesse im Produktlebenszyklus abdeckt. Sie müssen nachweisen, dass Ihre Dienstleistungen die Qualität der Automobilprodukte positiv beeinflussen.
Ihr Betrieb muss ein internes Auditprogramm entwickeln, implementieren und aufrechterhalten. Interne Audits bilden das Rückgrat Ihrer Qualitätssicherung und bereiten Sie optimal auf die externe Zertifizierung vor. Dieses Programm umfasst das gesamte QM-System und alle Prozesse, die mit der Erbringung Ihrer Dienstleistung zusammenhängen. So stellen Sie sicher, dass alle VDA-Vorgaben dauerhaft erfüllt werden.
Sie müssen alle Prozesse innerhalb von drei Jahren auditieren. Die Audits führen Sie nach einem jährlichen Zeitplan durch. Ihre Serviceprocesse müssen dabei die Anforderungen des mitgelieferten Fragenkatalogs erfüllen.
Wie gestaltet sich der Auditierungsprozess gemäß VDA 6.2 und welche Schritte sind davon betroffen?
Sie müssen interne Audits nach einem jährlichen Zeitplan durchführen. Ihr Auditprogramm muss das gesamte Qualitätsmanagementsystem abdecken.
Der Prozess beginnt mit der Planung Ihrer Audits basierend auf einem Jahresplan. Innerhalb von drei Jahren müssen Sie alle Prozesse Ihres QM-Systems auditiert haben, um deren Wirksamkeit zu bewerten.
Seit der Überarbeitung der VDA 6.3 im Januar 2023 nutzen Sie für die Auditierung Ihrer Serviceprozesse den angehängten Fragenkatalog. Dieser Katalog umfasst die Kapitel 1.0 bis 11.5 und ersetzt die zuvor in VDA 6.3 Kapitel 8 enthaltenen Anforderungen.
Welche Kriterien werden bei einem VDA 6.2 Audit zur Bewertung der Prozesse herangezogen?
Der Fragenkatalog aus den Kapiteln 1.0 bis 11.5 bildet die Grundlage für die Bewertung Ihrer Prozesse. Sie müssen jeden Prozess anhand dieser Fragen analysieren und dokumentieren.
Die Bewertungskriterien konzentrieren sich auf die Wirksamkeit Ihrer Prozesse. Sie müssen zeigen, dass Ihre Abläufe die Qualität der Automobilprodukte sicherstellen können.
Ihre Prozessanalyse muss mögliche Risiken identifizieren und bewerten. Dabei dokumentieren Sie auch Hinweise, die für die Zertifizierung relevant sind.
Inwiefern unterscheidet sich die VDA 6.2 von anderen Qualitätsmanagementstandards in Bezug auf die Kundenorientierung?
Die VDA 6.2 wurde speziell für Dienstleistungsunternehmen in der Automobilindustrie entwickelt. Sie richtet sich direkt an die Anforderungen der deutschen Automobilindustrie.
Der Standard fokussiert sich auf Dienstleistungen über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg. Sie müssen nachweisen, dass Ihre Services die Produktqualität Ihrer Kunden beeinflussen.
Die VDA 6.2 verlangt von Ihnen, dass Sie die spezifischen Qualitätsanforderungen der Automobilindustrie erfüllen. Dies umfasst höhere Anforderungen an Zuverlässigkeit und Flexibilität als allgemeine Qualitätsstandards.
Welche Dokumentationen sind für die Zertifizierung nach VDA 6.2 erforderlich?
Sie benötigen ein dokumentiertes internes Auditprogramm mit einem jährlichen Auditplan. Diese Dokumentation muss zeigen, dass Sie alle Prozesse systematisch überprüfen.
Ihre Prozessanalysen müssen Sie schriftlich festhalten. Dazu gehören die Fragenkomplexe zu jedem Prozess und die Bewertung möglicher Risiken.
Sie müssen Nachweise über die Wirksamkeit Ihres QM-Systems erbringen. Alle Aufzeichnungen über durchgeführte Audits und deren Ergebnisse sind Teil der erforderlichen Dokumentation.
Die Zertifizierungsstellen arbeiten nach ISO/IEC 17021. Sie müssen deren Anforderungen an die Dokumentation ebenfalls erfüllen.
Sie müssen Ihre Mitarbeiter über die Anforderungen des Qualitätsmanagementsystems informieren. Die Schulung umfasst alle Prozesse, die für die Erbringung Ihrer Dienstleistungen relevant sind.
Ihre Mitarbeiter benötigen Kenntnisse über den Fragenkatalog und dessen Anwendung. Sie müssen verstehen, wie ihre Arbeit die Qualität der Automobilprodukte beeinflusst.
Die Schulungen sollten regelmäßig stattfinden. Besonders vor internen Audits müssen Ihre Mitarbeiter auf dem aktuellen Stand der Anforderungen sein.