VDA 6.4 – Zertifizierung für Produktionsmittel in der Autoindustrie
Wenn Sie Produktionsmittel für die Automobilindustrie herstellen, benötigen Sie einen Qualitätsstandard, der die spezifischen Anforderungen dieser Branche erfüllt. VDA 6.4 ist der deutsche Qualitätsstandard für Hersteller von Maschinen, Anlagen, Werkzeugen und Prüfmitteln, der speziell für Zulieferer der Automobilindustrie entwickelt wurde. Die aktuelle Version aus dem Jahr 2017 wurde an die ISO 9001:2015 angepasst und bietet Ihnen einen klaren Rahmen für die Bewertung Ihrer Prozesse.

Die Zertifizierung nach VDA 6.4 zeigt Ihren Kunden, dass Ihre Produktionsmittel höchste Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen erfüllen. Der Standard basiert auf einer prozessorientierten Bewertung, die nicht nur Ihre Dokumentation prüft, sondern auch die praktische Wirksamkeit Ihrer Prozesse bewertet. Dabei kommt das Turtle-Modell zur Prozessanalyse zum Einsatz, das besonders die Effizienz Ihrer Abläufe in den Fokus rückt.
Wir unterstützen Sie durch den gesamten Zertifizierungsprozess mit Auditierung, individueller Beratung sowie Schulung und Weiterbildung Ihrer Mitarbeiter. Die Vorbereitung auf die Zertifizierung erfordert ein klares Verständnis der Anforderungen und eine systematische Umsetzung im Unternehmen.
Das Wichtigste in Kürze:
- VDA 6.4 ist der Qualitätsstandard für Hersteller von Produktionsmitteln in der Automobilindustrie
- Die Zertifizierung erfolgt durch eine prozessorientierte Bewertung mit Schwerpunkt auf praktischer Wirksamkeit
- Sie erhalten Unterstützung durch Auditierung, Beratung und Schulungen für die erfolgreiche Umsetzung
Wir bieten dazu folgende Leistungen an:
Auditierung
Beratung
Schulung
Weiterbildung
Kostenlose Erstberatung
Grundlagen und Bedeutung von VDA 6.4
VDA 6.4 ist ein Qualitätsstandard speziell für Hersteller von Produktionsmitteln, die die Automobilindustrie beliefern. Der Standard basiert auf ISO 9001:2015 und ergänzt diese um branchenspezifische Anforderungen für Maschinen, Werkzeuge, Anlagen und Prüfmittel.
Was ist VDA 6.4 und für wen ist es relevant?
VDA 6.4 wurde vom Verband der Automobilindustrie (VDA) entwickelt und richtet sich an Sie, wenn Sie Produktionsmittel für die Automobilbranche herstellen. Die aktuelle Ausgabe von Juni 2017 ist die dritte überarbeitete Version.
Der Standard gilt für Einzel- und Serienhersteller von Produktionsmitteln. Dazu gehören Hersteller von Maschinen, Anlagen, Werkzeugen, Vorrichtungen und Prüfmitteln.
Sie benötigen VDA 6.4 insbesondere dann, wenn Sie sich nicht nach IATF 16949 zertifizieren lassen können. Mit dieser Zertifizierung weisen Sie Ihre Qualitätsfähigkeit gegenüber Kunden aus der deutschen und internationalen Automobilindustrie nach.
Die Zertifizierung ermöglicht es Ihnen, die hohe Qualität und Sicherheit Ihrer Produkte zu belegen. Sie erfüllen damit die spezifischen Erwartungen Ihrer Automobilkunden.
Vergleich zu VDA 6.1, VDA 6.2 und ISO 9001
VDA 6.4 ist Teil der VDA Volume 6 Familie. Er unterscheidet sich in seiner Zielgruppe deutlich von VDA 6.1 und VDA 6.2. Während VDA 6.1 die Serienproduktion fokussiert, konzentriert sich VDA 6.4 auf Produktionsmittelhersteller. VDA 6.2 hingegen richtet sich primär an Dienstleister in der Branche.
Die Basis für VDA 6.4 ist die ISO 9001:2015. Sie benötigen daher idealerweise bereits ein nach ISO 9001 zertifiziertes Qualitätsmanagementsystem. VDA 6.4 stellt immer eine Ergänzung auf Grundlage der ISO 9001 Zertifizierung dar.
Alle VDA 6.x Bände nutzen eine einheitliche Bewertungssystematik. Diese umfasst:
- Bewertung der Dokumentation
- Bewertung der Wirksamkeit in der Praxis
- Risikoabschätzung
Die aktuelle Version vereinfacht die Bewertung. Sie verwendet zudem einheitliche Begriffe über alle Standards der VDA Volume 6 Reihe hinweg.
Anforderungen an Hersteller von Produktionsmitteln
VDA 6.4 enthält weitgehende Anforderungen, die über die ISO 9001 hinausgehen. Sie müssen branchenspezifische Besonderheiten und kundenspezifische Anforderungen der Automobilindustrie erfüllen.
Das Audit erfolgt prozessorientiert. Während der Prüfung werden Prozessanalysen mit dem Turtle-Modell durchgeführt. Dieses Modell analysiert systematisch Ihre Prozesse.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Bewertung der Effizienz Ihrer Prozesse. Sie müssen nachweisen, dass Ihre Prozesse nicht nur funktionieren, sondern auch wirtschaftlich sind.
Die Bewertung erfolgt durch ein messendes Verfahren, das mögliche Risiken berücksichtigt. Dies bietet eine hohe Aussagekraft zur Güte Ihres Managementsystems. Sie erhalten dadurch konkrete Hinweise auf Verbesserungspotenziale.
Die Rolle von VDA QMC und Zertifizierungsstellen
VDA QMC ist die zentrale Stelle für die Verwaltung und Koordination der VDA-Standards. Die Organisation stellt sicher, dass alle Zertifizierungen nach einheitlichen Kriterien erfolgen.
Sie durchlaufen bei akkreditierten Zertifizierungsstellen wie DQS, DEKRA oder TÜV NORD einen mehrstufigen Zertifizierungsprozess. Dieser Prozess kann verkürzt werden, wenn Sie bereits ein zertifiziertes Managementsystem haben.
Nach erfolgreicher Prüfung erhalten Sie ein eigenständiges VDA 6.4 Zertifikat. Dieses ist drei Jahre gültig und erfordert jährliche Überwachungsaudits. Die Zertifizierungsstellen prüfen dabei die kontinuierliche Erfüllung aller Anforderungen.
Wie können wir Sie unterstützen?
Ablauf und Anforderungen der VDA 6.4 Zertifizierung
Die Zertifizierung nach VDA 6.4 folgt einem strukturierten Verfahren, das Ihr Qualitätsmanagementsystem in mehreren Stufen prüft. Sie durchlaufen verschiedene Auditarten und müssen spezifische Anforderungen erfüllen, um das Zertifikat zu erhalten.
Zertifizierungsprozess: Von der Vorbereitung bis zum Zertifikat
Der Zertifizierungsprozess beginnt mit einer gründlichen Vorbereitung Ihrer Dokumentation und Prozesse. Sie müssen zunächst Ihr Qualitätsmanagementsystem an die Anforderungen der VDA 6.4 anpassen.
Das erste Zertifizierungsaudit erfolgt in zwei Stufen. In der ersten Stufe prüft die Zertifizierungsstelle Ihre Dokumentation und ob Ihre Prozesse den Vorgaben entsprechen. Die Auditoren bewerten dabei, ob Sie alle Anforderungen systematisch erfasst haben.
In der zweiten Stufe findet das System Audit vor Ort statt. Hier prüfen die Auditoren die praktische Umsetzung der Anforderungen in Ihrem Betrieb umfassend. Das System Audit stellt sicher, dass alle Managementvorgaben wirksam gelebt werden. Sie bewerten Ihre Produktionsprozesse, Ihre Qualitätssicherung und wie Sie mit Risiken umgehen.
Nach erfolgreicher Prüfung erhalten Sie das VDA 6.4 Zertifikat. Falls die Auditoren Abweichungen feststellen, müssen Sie Korrekturmaßnahmen ergreifen, bevor die Zertifizierung erfolgt. Der Audit Report dokumentiert alle Ergebnisse detailliert.
Auditarten: Initial-, Überwachungs- und Rezertifizierungsaudit
Nach der Erstzertifizierung sind regelmäßige Überwachungsaudits erforderlich. Diese finden üblicherweise einmal pro Jahr statt und stellen sicher, dass Sie die Standards kontinuierlich einhalten.
Bei den Überwachungsaudits prüfen die Auditoren stichprobenartig verschiedene Bereiche Ihres Qualitätsmanagementsystems. Der Umfang ist dabei kleiner als bei der Erstzertifizierung, Sie müssen jedoch nachweisen, dass Ihr System weiterhin funktioniert.
Nach drei Jahren steht das Rezertifizierungsaudit an. In diesem umfassenden Audit-Prozess wird Ihr gesamtes System erneut bewertet. Sie müssen nachweisen, dass Sie kontinuierliche Verbesserungen umsetzen und Ihr System weiterentwickelt haben.
Zusätzlich führen Sie interne Audits durch. Diese helfen Ihnen, Probleme frühzeitig zu erkennen und sich optimal auf die externen Audits vorzubereiten.
Wichtige Kriterien und Dokumentationsanforderungen
Die VDA 6.4 Anforderungen orientieren sich an der IATF 16949 und der ISO 9001:2015. Sie müssen Prozessbeschreibungen, Arbeitsanweisungen und Qualitätsaufzeichnungen bereitstellen.
Zentrale Dokumentationsanforderungen:
- Prozesslandkarte und Prozessbeschreibungen
- Risikoanalysen und Maßnahmenpläne
- Prüfpläne und Qualitätsaufzeichnungen
- Nachweise über Training und spezifische Qualifikationen
- Aufzeichnungen zu internen Audits und Managementbewertungen
Die Zertifizierungsstellen prüfen insbesondere Ihr Risikomanagement. Sie müssen nachweisen, wie Sie Risiken in der Entwicklung und Produktion von Produktionsmitteln bewerten und minimieren.
Die Zertifizierungsrichtlinien nach VDA 6.4 verlangen eine vereinfachte Bewertungssystematik. Die Auditoren verwenden einheitliche Begriffe, wodurch eine Vergleichbarkeit mit anderen VDA-6.x-Zertifizierungsstandards erhöht wird.
Ihre Dokumentation muss aktuell sein und für alle Mitarbeiter zugänglich. Im Rahmen des Zertifizierungsverfahrens wird auch geprüft, ob Sie Änderungen systematisch verwalten.
Vorteile und Nutzen für Unternehmen
Mit der VDA-6.4-Zertifizierung belegen Sie gegenüber Automobilherstellern, dass Ihre Produktionsmittel höchste Qualitäts- und Sicherheitsstandards erfüllen. Dadurch erhöhen Sie Ihre Akzeptanz in der Automobilzulieferkette deutlich.
Die VDA-6.4-Zertifizierung verbessert Ihre internen Prozesse messbar. Dadurch erreichen Sie einen höheren Wirkungsgrad in Ihren Geschäfts- und Produktionsprozessen. Fehlerkosten sinken, während die Kundenzufriedenheit steigt.
Viele Automobilhersteller fordern die VDA-6.4-Zertifizierung als Voraussetzung für eine Zusammenarbeit. Ohne diese Zertifizierung können Sie bestimmte Aufträge nicht erhalten. Das Zertifizierungsaudit eröffnet Ihnen also neue Geschäftsmöglichkeiten.
Sie profitieren von der Kompatibilität mit IATF 16949: Wenn Sie bereits nach diesem Standard zertifiziert sind, verkürzt sich der Zertifizierungsprozess. Die Standards ergänzen sich inhaltlich und strukturell optimal.
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Häufig gestellte Fragen:
Welche Anforderungen stellt die VDA 6.4 an das Qualitätsmanagement in der Produktionsmittelherstellung?
VDA 6.4 fordert von Ihnen ein umfassendes Qualitätsmanagementsystem, das speziell auf die Herstellung von Produktionsmitteln zugeschnitten ist. Sie müssen nachweisen, dass Ihre Maschinen, Anlagen, Werkzeuge und Prüfmittel die Qualitätsanforderungen der Automobilindustrie erfüllen.
Die Norm verlangt dokumentierte Prozesse für alle wesentlichen Bereiche Ihrer Produktion. Dazu gehören Entwicklung, Konstruktion, Fertigung, Montage und Inbetriebnahme Ihrer Produktionsmittel.
Sie müssen ein funktionierendes Risikomanagement etablieren. Ihre Mitarbeiter benötigen nachweisbare Qualifikationen für ihre jeweiligen Aufgaben.
Ein besonderer Fokus liegt auf der Prozesssicherheit. Sie müssen belegen, dass Ihre Produktionsmittel die geforderten Spezifikationen konstant erfüllen.
Wie ist der Zertifizierungsprozess nach VDA 6.4 aufgebaut und welche Schritte sind für eine erfolgreiche Zertifizierung notwendig?
Der Zertifizierungsprozess beginnt mit einer gründlichen Analyse Ihres bestehenden Qualitätsmanagementsystems. Sie sollten zunächst eine Lückenanalyse durchführen, um festzustellen, wo Ihr System bereits den VDA 6.4 Anforderungen entspricht.
Die erste Stufe ist das sogenannte Stage 1 Audit. Dabei prüft die Zertifizierungsstelle Ihre Dokumentation und bewertet, ob Sie für das Hauptaudit bereit sind.
Im Stage 2 Audit besuchen Auditoren Ihre Produktionsstätte. Sie prüfen vor Ort, ob Sie alle Anforderungen praktisch umsetzen. Mindestens eine Baustelle wird während des Zertifizierungsaudits vor Ort auditiert.
Nach bestandenem Audit erhalten Sie Ihr Zertifikat für drei Jahre. In diesem Zeitraum müssen Sie sich regelmäßigen Überwachungsaudits unterziehen.
Wenn Sie bereits ein zertifiziertes Managementsystem haben, kann sich der Prozess verkürzen. Die Zertifizierungsstelle berücksichtigt dann Ihre vorhandenen Strukturen.
In welcher Weise unterscheidet sich die VDA 6.4 von anderen Qualitätsmanagement-Normen wie ISO 9001?
VDA 6.4 ist deutlich spezifischer als ISO 9001 und ausschließlich auf Produktionsmittelhersteller ausgerichtet. Während ISO 9001 ein allgemeiner Qualitätsstandard für alle Branchen ist, fokussiert sich VDA 6.4 auf die besonderen Anforderungen der Automobilindustrie.
Die Bewertungssystematik unterscheidet sich grundlegend. VDA 6.4 nutzt ein Punktesystem, bei dem Sie für jede Anforderung zwischen 0 und 10 Punkte erhalten können.
Sie müssen bei VDA 6.4 alle Produktionsprozesse in allen Schichten auditieren lassen. ISO 9001 fordert diese Tiefe nicht.
Die Norm verlangt spezifische Nachweise für Produktionsmittel. Sie müssen belegen, dass Ihre Produkte die Prozesssicherheit beim Kunden gewährleisten.
VDA 6.4 beinhaltet strengere Anforderungen an die Lieferantenbewertung. Sie müssen nachweisen, dass auch Ihre Zulieferer die notwendige Qualität liefern.
Welche spezifischen Herausforderungen müssen Unternehmen beachten, um die VDA 6.4 Norm in der Automobilindustrie umzusetzen?
Die größte Herausforderung liegt in der Anpassung Ihrer internen Prozesse an die spezifischen Anforderungen der Automobilindustrie. Sie müssen Ihre Abläufe oft grundlegend überarbeiten.
Die Dokumentation erfordert erheblichen Aufwand. Sie müssen für jeden Prozessschritt nachvollziehbare Aufzeichnungen führen.
Viele Unternehmen kämpfen mit der Umsetzung der Auditanforderungen für Baustellen. Sie müssen sicherstellen, dass Baustellenaudits innerhalb festgelegter Zeitfenster stattfinden.
Das Training Ihrer Mitarbeiter stellt eine kontinuierliche Aufgabe dar. Durch gezieltes Training stellen Sie sicher, dass alle Beteiligten die VDA 6.4 Anforderungen verstehen und in ihrer täglichen Arbeit sicher umsetzen.
Wenn Produktionsprozesse aus organisatorischen Gründen nicht in allen Schichten auditiert werden können, müssen Sie dies durch interne Audits kompensieren. Die Auditberichte müssen Sie dann der Zertifizierungsstelle vorlegen.
Kann die VDA 6.4 Zertifizierung auch für internationale Produktionsstätten Gültigkeit besitzen, und wenn ja, unter welchen Bedingungen?
Ihre VDA 6.4 Zertifizierung besitzt weltweite Gültigkeit und wird von internationalen Automobilherstellern anerkannt. Voraussetzung ist, dass die jeweilige Produktionsstätte die spezifischen Anforderungen erfüllt und durch eine zugelassene Zertifizierungsstelle erfolgreich auditiert wurde.