Automatisierung von Geschäftsprozessen
von SK
Geschäftsprozesse zu automatisieren zahlt sich in Industriebetrieben dort am schnellsten aus, wo Daten heute noch per Hand von einem System ins nächste wandern: Prüfergebnisse aus der Fertigung, Freigaben im Änderungsdienst, Reklamationsbearbeitung, Lieferantendokumente. Kontor Gruppe begleitet mittelständische Produktions-, Automotive-, Medizintechnik- und Logistikunternehmen bei der Automatisierung von Geschäftsprozessen als Verbindung aus Prozessanalyse, Qualitätsmanagement und belastbarer Systemintegration, weil ein automatisierter Ablauf in qualitätskritischen Bereichen nur dann trägt, wenn er auch im Audit nachweisbar ist.

Von Dortmund aus arbeiten wir mit Kunden vom Mittelstand bis zum internationalen Konzern, unter anderem in Automotive und Zulieferindustrie, Medizintechnik und Pharma, Kunststoffverarbeitung, Metallbearbeitung, Lebensmittel- und Verpackungsindustrie sowie Logistik. Unsere Beraterinnen und Berater kommen aus Produktion, Qualitätswesen und Prozessoptimierung.
Der Unterschied zu einem rein technischen Automatisierungsprojekt liegt in der Reihenfolge: Erst klären wir mit Wertstromanalyse und 5S, ob ein Ablauf reif für die Digitalisierung ist, dann folgen Workflow-Gestaltung, MES-, CAQ- oder DMS-Anbindung und die Nachweisführung nach ISO 9001, IATF 16949 oder ISO 13485. So entstehen Abläufe, die Bearbeitungszeit sparen und gleichzeitig Rückverfolgbarkeit sichern.
Wo sich Automatisierung schnell auszahlt
Den größten Hebel finden wir regelmäßig an den Übergabestellen zwischen Fertigung und Verwaltung, weil dort Medienbrüche entstehen: Ein Ablauf wechselt zwischen Papier, Excel und Fachsystem, und jeder Wechsel kostet Zeit und erzeugt Fehlerpotenzial.
Typische Prozesse, die sich in Industriebetrieben gut automatisieren lassen:
| Prozess | Manuelle Schwachstelle | Wirkung nach der Automatisierung |
|---|---|---|
| Prüfdatenerfassung in der Fertigung | Papierprüfscheine, spätere Nacherfassung | Prüfdaten mit Chargenbezug sofort auswertbar, SPC-Regelkreis geschlossen |
| Reklamations- und Maßnahmenmanagement | E-Mail-Ketten, unklare Verantwortung | Termingesteuerte Weiterleitung, dokumentierte Wirksamkeitsprüfung |
| Änderungsdienst und Dokumentenfreigabe | Versionsstände in Laufwerken, Unterschriftenmappen | Gelenkte Vorgabedokumente mit nachvollziehbarer Freigabehistorie |
| Auftragssteuerung und Maschinendatenerfassung | Tagesabschluss per Handeintrag | Transparente Durchlaufzeiten, erkennbare Engpässe, OEE-Auswertung |
| Lieferantendokumente und Erstmusterprüfung | Zertifikate per Mail, manuelle Ablage | Vollständigkeitsprüfung automatisiert, Nachweise auditfest hinterlegt |
| Audit- und Maßnahmenverfolgung | Excel-Listen je Standort | Einheitlicher Status, keine Suchzeiten vor dem Zertifizierungsaudit |
Eine Erfahrung prägt unsere Projekte: Ein instabiler Prozess wird durch Automatisierung nicht besser, sondern schneller fehlerhaft. Deshalb entfernen wir zuerst Verschwendung aus dem Ablauf. Häufig lassen sich 20 bis 30 Prozent davon ohne einen Euro Softwarelizenz beseitigen, was den Umfang der späteren Investition deutlich reduziert.
Wirtschaftlich rechnen wir Automatisierungsvorhaben gemeinsam mit Fertigungs- und Qualitätsleitung über Größen, die im Haus bereits erfasst werden: eingesparte Nacharbeitsstunden, Ausschussquote, Durchlaufzeit, Suchzeiten für Dokumente und Prüfaufwand bei Kundenaudits. In Projekten mit papierloser Qualitätssicherung kommt ein Effekt hinzu, der selten kalkuliert wird: Die Zeit bis zur Ursachenklärung bei einer Reklamation verkürzt sich stark, weil Prüfdaten und Chargenbezug ohne Recherche verfügbar sind.
Leistungen für digitale Workflows und Systemintegration
Unsere Leistungen deckt die gesamte Strecke von der Digitalstrategie bis zum eingeführten Workflow ab, inklusive der Schnittstellen zu bestehenden Systemen.
- Digitalstrategie und Priorisierung: Bewertung der Prozesslandschaft, Auswahl der Vorhaben mit dem größten Zeitgewinn im Verhältnis zum Umsetzungsaufwand
- MES-Einführung: Auftragssteuerung, Maschinendatenerfassung, Rückmeldungen in Echtzeit, OEE-Transparenz
- CAQ-Einführung: Prüfplanung, SPC, Reklamations- und Maßnahmenmanagement mit Anbindung an die FMEA
- DMS-Software und Dokumentendigitalisierung: Lenkung von Vorgabedokumenten, Freigabeworkflows, Versionsstände, Aufbewahrungsfristen
- Papierlose Qualitätssicherung und Fertigung: Ablösung von Prüfscheinen, Begleitkarten und Laufzetteln durch digitale Erfassung am Entstehungsort
- Systemintegration: Bewertung standardisierter Anbindungen an ERP, Maschinensteuerungen und Prüfmittel, damit Prozessdaten ohne manuelle Übertragung dort ankommen, wo sie ausgewertet werden
- Workflow-Automatisierung in der Administration: Einkauf, Reklamation, Änderungsdienst und weitere Abläufe mit wiederkehrenden Freigabeschritten
- Industrie-4.0-Konzepte und KI-gestützte Prozessanalyse: Echtzeitintegration von Prozessdaten und intelligentere Fehleranalyse auf Basis vorhandener Datenbestände
- Qualifizierung: Schulung der Anwender, Auditorentraining, Workshops zu Standards und Methoden wie Ishikawa, Six Sigma und der 5-Why-Analyse
Bei der Systemauswahl achten wir besonders auf Schnittstellen. Lösungen, die sich nur über aufwendige Individualprogrammierung koppeln lassen, verursachen dauerhaft Wartungsaufwand und binden Kapazität, die im Betrieb an anderer Stelle fehlt. Wo Anforderungen aus dem Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz oder NIS2-bedingter Druck auf die IT-Sicherheit hinzukommen, berücksichtigen wir diese schon bei der Definition von Datenflüssen und Zugriffsrechten.
Unser Vorgehen von der Prozessanalyse bis zum Go-live
Wir arbeiten in klar abgegrenzten Arbeitspaketen mit Meilensteinen und einem Steuerungsteam aus Ihrem Haus, damit Verantwortung und Entscheidungswege während der Umsetzung eindeutig bleiben.
- Erstgespräch und Zielkennzahl: Wir klären, welche Kennzahl sich um wie viel verbessern soll. Ohne diese Festlegung lässt sich später nicht beurteilen, ob die Automatisierung gewirkt hat.
- Prozessanalyse und GAP-Analyse: Aufnahme des Ist-Ablaufs mit allen Aktivitäten, Entscheidungspunkten, Verantwortlichkeiten und Schnittstellen. Erfasst werden Input-Kanäle, Bearbeitungs- und Liegezeiten, Vorgangsvolumen, Anteil der Ausnahmefälle, Fehlerquoten und Nachbearbeitungsaufwand.
- Prozessbereinigung mit Lean-Methoden: Wertstromoptimierung und 5S entfernen Doppelarbeit und redundante Abläufe, bevor Technik ins Spiel kommt.
- Soll-Prozess und Risikobetrachtung: Definition des Zielablaufs, FMEA-Moderation für die kritischen Schritte, bei Produktanläufen zusätzlich APQP-Begleitung. Fehlerpotenziale werden vor der Systemauslegung berücksichtigt.
- Systemauswahl und Schnittstellenkonzept: Bewertung geeigneter MES-, CAQ- oder DMS-Lösungen anhand Ihrer Nachweispflichten, Definition der Datenflüsse zu ERP, Steuerungen und Prüfmitteln, Bereinigung der Stammdaten.
- Umsetzung im Pilotbereich: Einführung in einer Linie, einem Werk oder einem Prozess. Der Pilot zeigt Abweichungen zwischen dokumentiertem und gelebtem Ablauf, bevor der Rollout Aufwand bindet.
- Qualifizierung und Nachweisführung: Schulung der Anwender, Aktualisierung der QM-Dokumentation, Anpassung von Prozessbeschreibungen und Handbuch.
- Go-live, interne Audits und Weiterentwicklung: Nach der Produktivsetzung prüfen wir im internen Audit, ob der neue Workflow so läuft wie beschrieben, und verfolgen Maßnahmen bis zur Wirksamkeitsprüfung.
Der Beratungsaufwand richtet sich nach Projektumfang und Werksgröße. Für eine erste Einschätzung eines Vorhabens bieten wir ein kostenfreies Erstgespräch an.
Expertise für qualitätskritische und regulierte Prozesse
In regulierten Umfeldern bestimmt die Nachweispflicht die technische Auslegung, nicht umgekehrt. Bei Medizintechnik- und Pharmakunden steht die lückenlose Rückverfolgbarkeit nach ISO 13485 im Vordergrund, im Automotive-Umfeld die Erfüllung der IATF 16949 samt kundenspezifischer Anforderungen wie ZF QD 83 oder Bosch 14-Q-Basics. Wer diese Reihenfolge umdreht, erhält Systeme, die Daten sammeln, im Audit aber nicht bestehen.
Unsere Kompetenzfelder greifen in Automatisierungsvorhaben unmittelbar ineinander:
- Qualitätsmanagement: Aufbau und Weiterentwicklung von QM-Systemen nach ISO 9001, IATF 16949, ISO 13485 und ISO 22000, inklusive QM-Dokumentation und Handbuch
- Risikomethodik: FMEA-Erstellung und -Moderation sowie APQP-Begleitung für Produktentwicklung und Serienanlauf
- Lean Management: Wertstromoptimierung in Produktion und Administration, 5S, Anlaufunterstützung für die Serienfertigung
- Audits: Prozess-, Produkt- und Lieferantenaudits, interne Audits sowie Vorbereitung auf Zertifizierungs- und Kundenaudits
- Lieferkette und Compliance: Lieferantenmanagement, Lieferantenqualifizierung und -entwicklung, Compliance-Themen entlang regulatorischer Anforderungen
- Energie und Ressourcen: Energiemanagementsysteme nach ISO 50001, Einsparpotenziale über Abfallreduzierung und ressourceneffiziente Verfahren
Auditoren, Trainer und Berater arbeiten bei uns im selben Team. Das verhindert die häufigste Enttäuschung in Digitalisierungsprojekten: eine technisch saubere Lösung, die an einer Normanforderung scheitert, weil niemand den Freigabeweg oder die Aufbewahrungsfrist mitgedacht hat.
Die Bandbreite der betreuten Branchen hilft beim Übertragen bewährter Lösungen. Ein Prüfkonzept aus der Medizintechnik lässt sich häufig auf sicherheitskritische Bauteile im Fahrzeugbau anpassen, wenn man die dokumentarischen Unterschiede kennt.
Praxisreferenzen aus Produktion, Qualität und Supply Chain
Unsere Projekterfahrung in der Automatisierung umfasst Fertigungssteuerung, Qualitätsdaten und Dokumentenprozesse bei namhaften Industrieunternehmen.
| Kunde | Projektinhalt |
|---|---|
| Brose | CAQ-Softwareauswahl, Industrie-4.0-Konzepte, papierlose Qualitätssicherungs- und Fertigungsprozesse sowie KI-Anwendungen |
| Parker Hannifin | Wertstromanalysen und MES-Einführung zur Verbesserung von Supply-Chain-Effizienz und Produktionsabläufen |
| Gontermann Peipers GmbH | DMS-Software, Prozessdigitalisierung und Effizienzsteigerung in der Metallbearbeitung |
| Yazaki | Optimierung von Produktionsprozessen mit Lean-Methoden und FMEA-basierter Risikoanalyse |
| Sanofi Aventis Deutschland GmbH | Einführung eines belastbaren Qualitätsmanagementsystems für regulatorische Konformität |
| Elkamet Kunststofftechnik GmbH | 5S-Umsetzung zur Verbesserung der Arbeitsplatzorganisation |
Zum weiteren Kundenkreis gehören unter anderem Kirchhoff Automotive, A. Kayser Automotive, Medac, Otto Bock, WIKA Alexander Wiegand SE, Bosch Solar Energy AG, Walter Hundhausen GmbH, PolymerLatex, Gissler & Pass, Casea GmbH und Rhenus AG & Co. KG.
Was diese Projekte verbindet: Die Automatisierung setzte jeweils an einem konkreten betrieblichen Engpass an, sei es die papiergebundene Prüfdokumentation, die fehlende Transparenz über Durchlaufzeiten oder die Suchzeit in gewachsenen Dokumentenablagen.
Häufig gestellte Fragen:
Beginnen Sie mit einem Prozess, der hohes Volumen, klare Regeln und wenige Ausnahmefälle hat, etwa die Prüfdatenerfassung in der Fertigung oder die Dokumentenfreigabe im Änderungsdienst. Prozesse mit hoher Varianz eignen sich später, wenn der Ablauf standardisiert und die Datenqualität gesichert ist.
Die Dauer hängt von Prozessumfang, Anzahl der Schnittstellen und Werksgröße ab; Prozessanalyse und Bereinigung liefern schon vor der Systemeinführung messbare Verbesserungen. Wir planen in Arbeitspaketen mit Meilensteinen, sodass nach jedem Abschnitt ein nutzbares Zwischenergebnis vorliegt.
Workflow-Automatisierungen mit mittlerer Komplexität in administrativen Bereichen bewegen sich in Größenordnungen von etwa 1.785 bis 73.063 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer. Der am häufigsten unterschätzte Kostenblock ist die Integration in bestehende Systeme, gefolgt von der Bereinigung der Stammdaten.
Ja, sofern Freigabewege, Versionsstände, Zugriffsrechte und Aufbewahrungsfristen von Anfang an Teil der Lösungsdefinition sind. Wir leiten diese Anforderungen aus der jeweils gültigen Norm ab, etwa ISO 9001, IATF 16949 oder ISO 13485, und prüfen nach dem Go-live im internen Audit, ob der Workflow dem beschriebenen Ablauf entspricht.
Ja, weil im Mittelstand die manuellen Übergaben zwischen Fertigung, Qualitätswesen und Verwaltung besonders sichtbar Kapazität binden. Entscheidend ist der Zuschnitt: ein abgegrenzter Pilotbereich mit definierter Zielkennzahl statt eines unternehmensweiten Programms zum Start.
Lean-Methoden sichern, dass ein Ablauf vor der Digitalisierung überhaupt stabil und schlank ist. Wertstromanalyse und 5S entfernen Doppelarbeit, Wartezeiten und Medienbrüche, wodurch der spätere Automatisierungsumfang kleiner und die Lösung wartungsärmer wird.
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