VDA 6.7

VDA 6.7 – Prozessaudit für Produktionseinrichtungen

Die Automobilindustrie stellt hohe Anforderungen an Zulieferer, besonders wenn es um Einzelfertigung und Werkstattproduktion geht. VDA 6.7 ist ein Prozessaudit-Standard des Verbands der Automobilindustrie, der Unternehmen dabei hilft, ihre Produktionsmittel systematisch zu bewerten und Kundenanforderungen in der Einzelfertigung optimal zu erfüllen. Der Standard bietet klare Bewertungskriterien für Planung, Beschaffung, Fertigung und Betrieb von Produktionsmitteln.

VDA 6.7

Wenn Sie in der Einzelfertigung tätig sind, kennen Sie die Herausforderung: Jeder Auftrag ist anders, Änderungswünsche kommen während der Produktion, und Sie müssen Prozesse ständig anpassen. VDA 6.7 hilft Ihnen, trotz dieser Komplexität stabile Prozesse zu erreichen, Fehlerkosten zu senken und Materialverschwendung zu vermeiden. Der Standard ermöglicht eine vergleichbare Bewertung von Lieferanten und schafft Transparenz in Ihren Produktionsprozessen.

Wir unterstützen Sie bei der Umsetzung von VDA 6.7 durch professionelle Auditierung, Beratung sowie gezielte Trainings und Weiterbildung. Ihre Mitarbeiter lernen, wie sie Prozessaudits selbstständig vorbereiten, durchführen und bewerten. Nach erfolgreichem Abschluss erhalten Teilnehmer ein Qualifikationsnachweis, das ihre Kompetenz für den Audit belegt.

Das Wichtigste in Kürze:

  • VDA 6.7 ist ein Prozessaudit-Standard für Produktionsmittel in der Einzelfertigung und Werkstattfertigung
  • Der Standard hilft Ihnen, Prozesse zu stabilisieren, Fehlerkosten zu reduzieren und Lieferanten vergleichbar zu bewerten
  • Qualifizierte Auditoren können nach Schulung VDA 6.7 Prozessaudits intern und bei Lieferanten durchführen

Wir bieten dazu folgende Leistungen an:

Auditierung Beratung Schulung Weiterbildung Kostenlose Erstberatung

Grundlagen und Anwendungsbereiche von VDA 6.7

VDA 6.7 ist speziell auf Produktionsmittel ausgerichtet und definiert Anforderungen für deren gesamten Lebenszyklus. Der Standard unterscheidet sich von anderen VDA-Bänden durch seinen Fokus auf Maschinen, Anlagen und Werkzeuge statt auf Serienprodukte.

Zielsetzung und Bedeutung von VDA 6.7

Der VDA Band 6.7 hilft Ihnen, die Qualität und Zuverlässigkeit Ihrer Produktionsmittel systematisch zu bewerten. Sie prüfen damit alle Phasen von der Planung über die Konstruktion bis zur Instandhaltung.

Das Prozessaudit nach VDA 6.7 deckt Schwachstellen auf, bevor diese zu Ausfällen oder Qualitätsproblemen führen. Sie minimieren dadurch Risiken und stellen sicher, dass Ihre Anlagen die Anforderungen der Automobilindustrie erfüllen.

Der Standard richtet sich an Unternehmen, die Produktionsmittel entwickeln, herstellen oder warten. Sie können damit auch Ihre Lieferanten im Anlagenbau oder Werkzeugbau bewerten. Die Bewertung erfolgt anhand konkreter Kriterien, die Ihnen zeigen, wo Verbesserungen nötig sind.

Abgrenzung zu anderen VDA-Standards

VDA 6.7 unterscheidet sich grundlegend von VDA 6.3 oder einem klassischen Produktaudit. Während VDA 6.3 Ihre Produktionsprozesse bewertet, fokussiert sich VDA 6.7 auf die Maschinen und Werkzeuge selbst. Ein Produktaudit hingegen prüft die fertigen Teile auf Übereinstimmung mit Spezifikationen.

Wichtige Unterschiede:

VDA 6.3

VDA 6.7

Produktionsprozesse und Produktqualität

Produktionsmittel und deren Lebenszyklus

Serienproduktion

Maschinen, Anlagen, Werkzeuge

Breite Anwendung in der Lieferkette

Speziell für Produktionsmittelhersteller

Der VDA Band 6.7 ergänzt andere Standards wie VDA 6.4, der sich auf Werkzeug- und Formenbau konzentriert. Für Zulieferer, die nach IATF 16949 zertifiziert sind, stellen diese Prozessaudits eine notwendige Ergänzung dar. VDA Volume 6 bildet das Gesamtsystem, in dem VDA 6.7 als spezialisiertes Instrument dient.

Einsatz bei Einzel- und Werkstattproduktion

VDA 6.7 lässt sich besonders gut bei der Einzel- und Werkstattproduktion anwenden. Diese Prozessaudits für die Einzelproduktion erfordern flexible Prozesse und individuelle Lösungen für jedes Produktionsmittel. Ein systematisches Audit stellt sicher, dass trotz dieser Individualität höchste Qualitätsstandards eingehalten werden.

Bei der Einzelproduktion entwickeln und fertigen Sie oft kundenspezifische Anlagen. VDA 6.7 bietet Ihnen hierfür einen strukturierten Rahmen für das Projektmanagement, die Konstruktion und die Abnahme. Sie dokumentieren jeden Schritt nachvollziehbar.

In der Werkstattproduktion arbeiten Sie mit verschiedenen Maschinen und Werkzeugen parallel. Der Standard hilft Ihnen dabei, die Wartung zu planen und die Verfügbarkeit zu sichern. Damit können Sie auch kleinere Produktionseinheiten systematisch bewerten und verbessern.

Der VDA-Standard 6.7 berücksichtigt die besonderen Anforderungen dieser Produktionsformen. Sie erhalten klare Kriterien, die sich an die jeweilige Situation anpassen lassen.

Wie können wir Sie unterstützen?

Methodik und Durchführung des Prozessaudits nach VDA 6.7

Das Prozessaudit nach VDA 6.7 folgt einer strukturierten Methodik, die sich in vier Hauptphasen gliedert. Diese spezialisierten Prozessaudits nutzen definierte Kriterien und einen standardisierten Fragenkatalog, der speziell für Produktionsmittel entwickelt wurde.

Ablauf des Prozessaudits – Vorbereitung bis Nachbereitung

Die Vorbereitung beginnt mit der Definition des Auditumfangs und der Auswahl relevanter Prozesse. Sie legen fest, welche Produktionsmittel und Abläufe geprüft werden sollen.

Während der Durchführung sammeln Sie Nachweise vor Ort. Sie führen Interviews mit den Prozessverantwortlichen und dokumentieren Ihre Beobachtungen systematisch. Die Bewertung erfolgt direkt anhand des VDA 6.7-Fragenkatalogs.

In der Bewertungsphase ordnen Sie Ihre Feststellungen den vorgegebenen Kriterien zu. Sie nutzen die Abstufungsregeln, um eine objektive Punktzahl zu ermitteln. Diese Systematik ermöglicht Ihnen eine vergleichbare Beurteilung verschiedener Lieferanten.

Die Nachbereitung umfasst die Dokumentation aller Abweichungen. Sie definieren konkrete Verbesserungsmaßnahmen mit klaren Fristen. Die Wirksamkeit dieser Maßnahmen überprüfen Sie in Folgeaudits.

Bewertungskriterien und Fragenkatalog

Der Fragenkatalog des VDA 6.7 gliedert sich in spezifische Prozesselemente. Diese decken den gesamten Lebenszyklus von Produktionsmitteln ab – von der Planung über die Beschaffung bis zum Betrieb.

Hauptbewertungsbereiche:

  • Projektmanagement und Planung
  • Lieferantenauswahl und Beschaffung
  • Fertigung der Produktionsmittel
  • Installation und Inbetriebnahme
  • Wartung und Instandhaltung

Sie bewerten jeden Bereich nach einem einheitlichen Schema. Die Punktevergabe reicht von 0 (Anforderung nicht erfüllt) bis 10 (Anforderung vollständig erfüllt). Zwischenstufen ermöglichen eine differenzierte Bewertung.

Bei der Einzelproduktion und Werkstattfertigung sind besondere Faktoren zu berücksichtigen. Änderungsanforderungen während der laufenden Produktion sind hier üblich. Ihre Bewertung muss die Flexibilität dieser Prozesse berücksichtigen.

Analyse potenzieller Lieferanten

Die Potenzialanalyse wird vor der eigentlichen Beauftragung eines Lieferanten durchgeführt. Dabei wird geprüft, ob ein potenzieller Lieferant die Anforderungen grundsätzlich erfüllen kann.

Ein wichtiges Instrument dieser Phase ist das Lieferanten-Selbstauskunftsformular. Dabei bewertet der Lieferant seine eigenen Prozesse anhand des VDA-6.7-Katalogs. Dadurch erhalten Sie einen ersten Überblick über die vorhandenen Strukturen und möglichen Risiken.

Bei der Auswertung vergleichen Sie die Selbstauskunft mit Ihren eigenen Beobachtungen. Größere Abweichungen können auf ein fehlendes Prozessverständnis hinweisen. Diese Erkenntnisse fließen in Ihre Lieferantenbewertung ein.

Entscheidend ist die Analyse der Schnittstellen zwischen den verschiedenen Organisationsbereichen. So können Sie Schwachstellen in der Kommunikation und in Übergabeprozessen identifizieren.

Anwendung des Turtle-Prinzips

Das Turtle-Prinzip strukturiert Ihre Prozessanalyse nach sechs Kernfragen. Diese Methode hilft Ihnen, alle relevanten Prozessaspekte systematisch zu erfassen.

Die sechs Turtle-Fragen:

  • Was? – Welche Ergebnisse soll der Prozess liefern?
  • Womit? – Welche Arbeitsmittel und Produktionsmittel werden eingesetzt?
  • Wer? – Welche Kompetenzen benötigen die Mitarbeiter?
  • Wie? – Welche Methoden und Verfahren kommen zum Einsatz?
  • Womit messen? – Welche Kennzahlen bewerten den Prozess?
  • Woher/Wohin? – Welche Schnittstellen bestehen zu vor- und nachgelagerten Prozessen?

Bei der Durchführung von Prozessaudits wenden Sie diese Struktur konsequent an. Erfassen Sie für jeden Prozessschritt die Antworten auf die folgenden Fragen: Fehlende oder unklare Antworten zeigen Verbesserungspotenziale auf.

Das Turtle-Prinzip macht komplexe Abläufe transparent. Sie erkennen Zusammenhänge zwischen verschiedenen Prozesselementen schneller und können gezielte Verbesserungen einleiten.

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Häufig gestellte Fragen:

Welche Anforderungen müssen Zulieferer erfüllen, um die VDA 6.7 Zertifizierung zu erhalten?

Sie müssen einen umfassenden Fragenkatalog erfüllen, der alle Phasen von Produktionsmitteln abdeckt. Die Bewertung umfasst Planung, Beschaffung, Fertigung und Betrieb Ihrer Anlagen.

Ihr Qualitätsmanagementsystem muss nachweisen, dass Sie Produktionsmittel systematisch bewerten können. Sie benötigen dokumentierte Prozesse für die Auswahl und Überwachung von Produktionsanlagen.

Die Auditoren prüfen, ob Ihre Prozesse konsistent und nachvollziehbar sind. Sie müssen Abweichungen erkennen und korrigieren können, bevor Qualitätsprobleme entstehen.

Wie unterscheidet sich der Auditierungsprozess der VDA 6.7 von anderen VDA-Standards?

VDA 6.7 konzentriert sich ausschließlich auf Prozesse rund um Produktionsmittel. Andere VDA-Standards wie VDA 6.3 bewerten Fertigungsprozesse umfassender.

Der Audit-Ansatz ist spezifisch auf technische Hilfsmittel, Maschinen und Anlagen ausgerichtet. Sie durchlaufen eine detaillierte Bewertung Ihrer Equipment-Management-Prozesse.

Die Fragenkatalog-Struktur ist an die besonderen Anforderungen von Produktionsmitteln angepasst. Ihre Wartungs-, Kalibrierungs- und Instandhaltungsprozesse stehen im Mittelpunkt.

Was sind die spezifischen Änderungen der VDA 6.7 im Vergleich zur vorherigen Version?

Die Version von Mai 2020 enthält aktualisierte Bewertungskriterien für moderne Produktionsanforderungen. Sie finden erweiterte Anforderungen an digitale Prozesse und Dokumentation.

Der Fragenkatalog wurde präzisiert, um Interpretationsspielräume zu reduzieren. Ihre Bewertung erfolgt nach klareren und messbareren Kriterien als zuvor.

Die Potenzialanalyse zur Lieferantenvorauswahl wurde als Extrakt aus dem Hauptfragenkatalog integriert. Sie können dieses Werkzeug nun standardisiert für Ihre Lieferantenbewertung einsetzen.

Welche Rolle spielen nachhaltige Entwicklungsziele im Rahmen der VDA 6.7 Bewertung?

Nachhaltigkeitsaspekte sind nicht explizit als separate Bewertungskategorie in VDA 6.7 verankert. Der Standard fokussiert primär auf Qualität und Prozesssicherheit bei Produktionsmitteln.

Sie können jedoch Nachhaltigkeitsprinzipien in Ihre Prozessplanung integrieren. Effiziente Ressourcennutzung und Energiemanagement bei Produktionsmitteln tragen indirekt zur Prozessoptimierung bei.

Die Bewertung Ihrer Wartungs- und Instandhaltungsprozesse beeinflusst die Lebensdauer Ihrer Anlagen. Längere Nutzungszyklen durch optimierte Wartung unterstützen wirtschaftliche und ressourcenschonende Produktion.

Können Unternehmen, die internationale Standards wie ISO 9001 umgesetzt haben, VDA 6.7 ohne weitere Anpassungen erfüllen?

ISO 9001 bildet eine gute Grundlage, deckt aber nicht die spezifischen Anforderungen von VDA 6.7 ab. Sie benötigen zusätzliche Prozesse für die detaillierte Bewertung von Produktionsmitteln.

VDA 6.7 ist eine Erweiterung für die Automobilindustrie mit höheren Anforderungen. Ihre ISO 9001 Zertifizierung erleichtert die Umsetzung, ersetzt sie aber nicht.

Sie müssen zusätzliche Dokumentation und Nachweise für Equipment-spezifische Prozesse erstellen. Die Anforderungen an Rückverfolgbarkeit und Prozesssicherheit sind strenger als bei ISO 9001.

Wie werden Risikomanagement und Prozessoptimierung in der VDA 6.7 bewertet?

Sie müssen nachweisen, dass Sie Risiken bei Produktionsmitteln systematisch identifizieren und bewerten. Die Auditoren prüfen Ihre Methoden zur Risikoanalyse in allen Phasen des Equipment-Lebenszyklus.

Ihre Prozessoptimierung wird anhand messbarer Verbesserungen bewertet. Sie sollten Kennzahlen für Verfügbarkeit, Wartungsintervalle und Ausfallzeiten dokumentieren.

Die Bewertung umfasst auch präventive Maßnahmen zur Fehlervermeidung. Sie müssen zeigen, wie Sie aus Abweichungen lernen und Ihre Prozesse kontinuierlich verbessern.

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