Automatisierungssoftware
von SK
Software für Automatisierung entfaltet ihren Nutzen erst dann, wenn Prozesse, Verantwortlichkeiten und Datenflüsse vor der Implementierung sauber definiert sind. Genau an dieser Stelle setzt unsere Arbeit an: Wir begleiten Industrieunternehmen bei Auswahl, Einführung und betrieblicher Verankerung von Automatisierungslösungen in Produktion, Qualitätssicherung und Verwaltung.

Unsere Schwerpunkte liegen in Qualitätsmanagement, Lean Management und Digitalisierung. Diese Kombination unterscheidet uns von reinen IT-Dienstleistern: Wir bewerten Software immer entlang der Frage, ob sie normkonforme, auditfähige und im Alltag tragfähige Abläufe unterstützt.
Wir sind kein Softwarehersteller, sondern herstellerunabhängiger Umsetzungspartner: von der Potenzialanalyse über die Anforderungsdefinition bis zum stabilen Go-live und der Qualifizierung der Mitarbeitenden.
Unsere Projekte reichen von mittelständischen Fertigern bis zu internationalen Konzernen, mit Erfahrung in Automotive, Medizintechnik und Pharma, Kunststoff, Metallverarbeitung, Lebensmittel und Logistik. Ein unverbindliches Erstgespräch ist der übliche Einstieg, auch wenn der Digitalisierungsbedarf zunächst noch unscharf ist.
Leistungsmodelle und Projektumfang
Automatisierungsvorhaben unterscheiden sich stark im Reifegrad. Manche Unternehmen kommen mit einem fertigen Lastenheft, andere mit dem Eindruck, dass zu viel Zeit in Nachweisen, Rückmeldungen und Papierlaufwegen versickert. Beide Ausgangslagen lassen sich strukturiert bearbeiten, allerdings mit unterschiedlichem Einstieg.
| Leistungsmodell | Typischer Anlass | Inhalte |
|---|---|---|
| Potenzial- und Prozessanalyse | Digitalisierungsbedarf noch unscharf | Aufnahme der Ist-Prozesse, Bewertung technischer und wirtschaftlicher Automatisierbarkeit, Priorisierung |
| Anforderungs- und Auswahlbegleitung | Systementscheid steht an | Lastenheft, Bewertungskriterien, Anbietervergleich, Teststellungen, Entscheidungsvorlage |
| Einführungsbegleitung | Projekt läuft oder startet | Projektplanung mit Meilensteinen, Schnittstellenklärung, Testkonzept, Datenmigration, Go-live-Vorbereitung |
| Qualitäts- und Auditabsicherung | Regulierte Umgebung, Zertifizierung | Prüfplanung, Rückverfolgbarkeit, Nachweisführung, Vorbereitung auf Zertifizierungs- und Kundenaudits |
| Training und Qualifizierung | Akzeptanz und Befähigung | Schulungen zu Normen, Core Tools, Prozessmethodik und Systemnutzung |
Der Projektumfang bewegt sich zwischen kompakten Workshops von wenigen Tagen und mehrmonatiger Begleitung eines Systemrollouts über mehrere Standorte. Häufig ist eine schlanke Analysephase sinnvoll, bevor größere Budgets gebunden werden: Sie schafft eine belastbare Entscheidungsgrundlage und verhindert, dass ein System Prozesse zementiert, die ohnehin überarbeitet gehören.
Für Vorhaben mit unklarem Zuschnitt vereinbaren Sie am besten eine kostenlose Erstberatung unter +49 231 1501646 oder per E-Mail an [email protected]. Erreichbar sind wir montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr und samstags von 8 bis 16 Uhr.
Automatisierungspotenziale in Qualität, Produktion und Verwaltung
Automatisierung lohnt sich dort, wo Abläufe regelbasiert, wiederkehrend und datenintensiv sind. In der Praxis stecken die größten Hebel selten in der Maschine selbst, sondern in den Informationsflüssen drumherum: Prüfaufträge, Freigaben, Abweichungsmeldungen, Dokumentenlenkung, Rückmeldungen aus der Fertigung.
Qualitätssicherung:
- Digitale Prüfplanung mit automatischer Zuordnung gültiger Prüfmerkmale und Prüfmittel
- Automatisierte Erfassung von Messwerten statt manueller Übertragung in Listen
- Regelbasierte Reklamations- und Abweichungsprozesse mit Eskalation und Fristenüberwachung
- Automatisierte Erstellung von Erstmusterprüfberichten und Qualitätsnachweisen
Produktion:
- Auftragsdatenversorgung an der Linie inklusive gültiger Arbeitsanweisungen und Zeichnungsstände
- Betriebs- und Maschinendatenerfassung als Basis für Kennzahlen wie OEE oder Ausschussquoten
- Werkerführung und Schrittfreigaben statt papiergebundener Laufkarten
- Rückverfolgbarkeit über Chargen, Seriennummern und Prüfergebnisse
Verwaltung und angrenzende Bereiche:
- Dokumentenlenkung mit automatisierten Freigabe-, Versions- und Verteilprozessen
- Lieferantenbewertung auf Basis automatisch zusammengeführter Kennzahlen
- Termin- und Aufgabenverfolgung in Audit- und Maßnahmenmanagement
- Wiederkehrende Berichte und Managementkennzahlen ohne manuelle Aufbereitung
Nicht jeder dieser Punkte ist überall wirtschaftlich. Ein Prozess mit hoher Variantenvielfalt, unklaren Zuständigkeiten oder inkonsistenten Stammdaten wird durch Automatisierung zunächst nicht besser, sondern nur schneller fehlerhaft. Deshalb steht am Anfang die nüchterne Frage, welche Prozesse stabil genug für eine Digitalisierung sind und welche vorher standardisiert werden müssen.
Kontor Gruppe: Beratung von der Anforderungsanalyse bis zum Go-live
Unser Vorgehen orientiert sich an der operativen Realität im Werk, nicht an einem Idealmodell. Die Phasen greifen ineinander und lassen sich je nach Projektreife kürzen oder vertiefen.
- Ist-Aufnahme und Potenzialbewertung. Prozessbegehung, Interviews mit Fachbereichen, Sichtung vorhandener Systeme und Schnittstellen. Ergebnis ist eine priorisierte Übersicht der Automatisierungskandidaten mit Aufwand-Nutzen-Einordnung.
- Prozessklärung vor Systemauswahl. Verantwortlichkeiten, Freigabelogiken, Datenquellen und Kennzahlen werden festgelegt. Wo Prozesse nicht tragfähig sind, arbeiten wir mit Lean-Methoden und Wertstromlogik an der Vereinfachung.
- Anforderungsdefinition. Funktionale und regulatorische Anforderungen werden in einem prüfbaren Lastenheft dokumentiert, inklusive Schnittstellen zu ERP, PLM, Maschinensteuerungen und Messtechnik.
- Auswahl und Entscheidungsvorlage. Anbietervergleich anhand gewichteter Kriterien, strukturierte Teststellungen mit realen Datensätzen, transparente Empfehlung ohne Herstellerbindung.
- Einführung und Test. Projektsteuerung mit Meilensteinen, Konfigurationsbegleitung, Datenmigration, Testfälle und Abnahmekriterien. Ein Steuerkreis hält Entscheidungen und Eskalationen kurz.
- Go-live und Verankerung. Schulung der Anwender, Pilotbetrieb an einer Linie oder in einem Bereich, Nachjustierung, danach Rollout. Anschließend Übergabe an interne Verantwortliche mit definierten Kennzahlen.
Ein Punkt, der in Projekten regelmäßig unterschätzt wird: Akzeptanz entsteht an der Maschine, nicht in der Lenkungsrunde. Wer die Werker und Prüfer früh einbindet, deren Eingabemasken auf das Wesentliche reduziert und die Rückmeldung sichtbar in Kennzahlen überführt, spart sich später aufwendige Nachbesserungen.
Unsere Expertise für MES, CAQ, DMS und Industrie 4.0
Automatisierung in der Industrie stützt sich meist auf ein Zusammenspiel mehrerer Systemklassen. Wir unterstützen bei Auswahl und Implementierung dieser Bausteine und achten dabei besonders auf saubere Schnittstellen, weil dort die meisten Reibungsverluste entstehen.
MES (Manufacturing Execution System): Auftragssteuerung, Betriebs- und Maschinendatenerfassung, Werkerführung, Rückverfolgbarkeit und Kennzahlen in Echtzeit. Wir begleiten Anforderungsdefinition, Anbieterbewertung und Einführung, unter anderem im Kontext von Wertstromanalysen und Ramp-up-Situationen.
CAQ (Computer Aided Quality): Prüfplanung, Messwerterfassung, Reklamations- und Maßnahmenmanagement, FMEA-Anbindung, Lieferantenbewertung. Die Systemauswahl richtet sich hier stark nach den Normanforderungen des Unternehmens, etwa ISO 9001, IATF 16949 oder ISO 13485.
DMS (Dokumentenmanagement): Lenkung von Vorgabe- und Nachweisdokumenten, Versionierung, Freigabeworkflows, revisionssichere Archivierung. In regulierten Umgebungen ist das der Unterbau für jede belastbare Nachweisführung.
Industrie-4.0-Konzepte: Vernetzung von Anlagen und Systemen, papierlose Qualitätssicherung und Fertigung, Echtzeit-Prozessintegration sowie KI-gestützte Prozess- und Fehleranalyse. Wir bewerten solche Ansätze nüchtern nach Datenqualität, Nutzen und Aufwand, statt sie pauschal zu empfehlen.
Weil Qualitäts-, Lean- und Digitalisierungskompetenz bei uns in einem Team liegen, lassen sich Zielkonflikte früh auflösen. Ein CAQ-Workflow, der die Prüfzeit verlängert, oder eine MES-Rückmeldung, die niemand auswertet, fällt in dieser Betrachtung auf, bevor sie in die Konfiguration wandert.
Nachweisbare Erfahrung, Standards und Branchenkompetenz
Unsere Arbeit bewegt sich in Umfeldern, in denen Automatisierung immer auch Nachweispflichten berührt. Deshalb ist Normkenntnis kein Zusatz, sondern Voraussetzung für tragfähige Systementscheidungen.
| Standard | Relevanz für Automatisierungsprojekte |
|---|---|
| ISO 9001 | Prozessorientierung, Dokumentenlenkung, Nachweisführung, kontinuierliche Verbesserung |
| IATF 16949 | Core Tools, kundenspezifische Anforderungen, Rückverfolgbarkeit, Prozessaudits |
| ISO 13485 | Regulatorische Dokumentation und Validierungsanforderungen in der Medizintechnik |
| ISO 22000 | Lebensmittelsicherheit und lückenlose Nachweise entlang der Kette |
| ISO 50001 | Energiedaten als Grundlage für Verbrauchstransparenz und Einsparpotenziale |
Branchenseitig arbeiten wir unter anderem mit Automobil- und Zulieferbetrieben, Medizintechnik und Pharma, Kunststoffverarbeitung, Metallverarbeitung und Maschinenbau, Lebensmittel- und Verpackungsindustrie, Energie, Luftfahrt sowie Logistik. Zum Referenzumfeld der Kontor Gruppe zählen Unternehmen wie Yazaki, Brose, Kirchhoff Automotive, A. Kayser Automotive, Sanofi Aventis Deutschland GmbH, Medac, Otto Bock, Parker Hannifin, WIKA Alexander Wiegand SE, Elkamet Kunststofftechnik GmbH, Gontermann Peipers GmbH und Rhenus AG & Co. KG.
Ergänzend zur Umsetzung qualifizieren wir Mitarbeitende: Normenschulungen, Auditorenausbildungen, Core-Tools-Trainings und QMS-Workshops. Das ist bei Automatisierungsprojekten oft der Unterschied zwischen einem System, das genutzt wird, und einem, das umgangen wird.
Praxisreferenz: Digitale Qualitätsprozesse und papierlose Fertigung
Ein charakteristisches Projektfeld ist die Begleitung von Brose bei der CAQ-Softwareauswahl, der Entwicklung von Industrie-4.0-Konzepten sowie der Umstellung auf papierlose Qualitätssicherungs- und Fertigungsprozesse, ergänzt um Anwendungen im Bereich künstlicher Intelligenz. Solche Vorhaben zeigen exemplarisch, dass die Systementscheidung nur ein Teil der Aufgabe ist. Ebenso wichtig sind die Definition der Prüf- und Freigabelogik, die Anbindung an bestehende Systeme und die Frage, welche Daten am Arbeitsplatz tatsächlich benötigt werden.
Vergleichbar gelagert war die Zusammenarbeit mit Parker Hannifin, bei der Wertstromanalysen und eine MES-Implementierung zusammengeführt wurden, um Produktionsabläufe und Lieferkettenprozesse zu verbessern. Bei Gontermann Peipers GmbH standen DMS-Software und Prozessdigitalisierung in der Metallverarbeitung im Mittelpunkt, bei Elkamet Kunststofftechnik GmbH die 5S-Einführung als Grundlage geordneter Arbeitsplätze.
Die wiederkehrende Erkenntnis aus diesen Projekten: Papierlose Prozesse funktionieren, wenn Arbeitsanweisungen, Prüfmerkmale und Rückmeldungen in einem durchgängigen Informationsfluss zusammenlaufen und die Datenqualität stimmt. Wo Stammdaten lückenhaft sind, gehört deren Bereinigung in den Projektplan, nicht in die Zeit nach dem Go-live.