VDA 6.3 Auditor – Qualifikation, Ablauf und Anforderungen
Ein VDA 6.3 Auditor ist eine zertifizierte Fachkraft, die Prozessaudits in der Automobilindustrie durchführt. Als VDA 6.3 Prozess Auditor decken Sie dabei den gesamten Produktlebenszyklus ab – von der Entwicklung bis zur Serienproduktion. Der VDA 6.3 Standard wurde vom Verband der Automobilindustrie entwickelt und gilt weltweit als einer der wichtigsten Qualitätsstandards für Automobilzulieferer.

Die Zertifizierung zum VDA 6.3 Auditor setzt mehrjährige Berufserfahrung und spezifische Qualifikationen voraus. Sie benötigen mindestens fünf Jahre Vollzeit-Berufserfahrung, davon zwei Jahre in qualitätsbezogenen Bereichen. Zusätzlich sind Schulungen in Automotive Core Tools und eine Auditorenqualifikation nach DIN EN ISO 19011 erforderlich. Die eigentliche Prüfung erfolgt durch eine Audit Simulation, bei der Ihr Verhalten, Ihre Vorbereitung und Nachbereitung bewertet werden.
Wir unterstützen Sie mit professioneller Beratung sowie gezielten Schulungen und Weiterbildungen auf Ihrem Weg zur VDA 6.3 Zertifizierung. Unser Angebot hilft Ihnen, die komplexen Anforderungen des Standards sicher zu verstehen und in Ihrer täglichen Praxis anzuwenden.
Das Wichtigste in Kürze:
- Ein VDA 6.3 Auditor benötigt mindestens fünf Jahre Berufserfahrung und die entsprechende Prozess Auditor Qualifikation für die Zertifizierung
- Die Prüfung erfolgt durch eine praktische Audit Simulation mit Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung
- Das Zertifikat ist fünf Jahre gültig und bestätigt Ihre Kompetenz für interne Audits und Lieferanten-Prozessaudits
Wir bieten dazu folgende Leistungen an:
Qualifizierung
Beratung
Schulung
Weiterbildung
Kostenlose Erstberatung
Voraussetzungen und Qualifikationsweg zum VDA 6.3 Auditor
Um als VDA 6.3 Auditor tätig zu werden, müssen Sie mehrere Anforderungen erfüllen und einen strukturierten Qualifikationsweg durchlaufen. Die Zertifizierung setzt eine Kombination aus Berufserfahrung, Auditorenausbildung und nachgewiesenen Fachkenntnissen voraus.
Grundlegende Anforderungen und Voraussetzungen
Sie benötigen mindestens fünf Jahre Vollzeit-Berufserfahrung, vorzugsweise in produzierenden Unternehmen der Automobilindustrie. Davon müssen mindestens zwei Jahre in qualitätsbezogenen Tätigkeitsbereichen liegen.
Ab drei Jahren Berufserfahrung können Sie betriebliche Ausbildungszeiten anrechnen lassen. Diese Anforderungen stellen sicher, dass Sie die praktischen Abläufe in der Produktion verstehen.
Sie müssen außerdem eine mindestens dreitägige Auditorenqualifikation nach DIN EN ISO 19011 nachweisen. Diese Grundausbildung vermittelt Ihnen die allgemeinen Prinzipien und Methoden für Audits.
Zusätzlich sind Fachkenntnisse zu den Automotive Core Tools erforderlich. Sie erfüllen diese Anforderung durch:
Die Zulassung zur Prüfung erfolgt erst nach erfolgreicher Prüfung Ihres Antrags mit allen erforderlichen Nachweisen.
Anerkannte Ausbildung und Zertifikate
Die VDA 6.3 Prozess-Auditor Qualifizierung umfasst eine viertägige Schulung (ID 381), die speziell auf die Anforderungen des VDA 6.3:2023 ausgerichtet ist. Dieses VDA 6.3 Training vermittelt die Neuerungen der VDA 6.3 (2023) praxisnah. In dieser Schulung lernen Sie die Grundlagen für Prozessaudits unter Berücksichtigung des prozessorientierten Ansatzes kennen.
Certified Global Training Providers und der VDA QMC bieten offizielle Schulungen an. Die Schulung vermittelt Ihnen:
- Anforderungen und Grundsätze des VDA 6.3
- Prozessorientierten Ansatz in der Automobilindustrie
- Kundenspezifische Anforderungen nach IATF 16949
- Praktische Anwendung von Prozessaudits
Nach Abschluss erhalten Sie eine Qualifikationsbescheinigung. Diese Bescheinigung ist Voraussetzung für die Zulassung zur Auditorenprüfung. Das Seminar Manual dient Ihnen als Nachschlagewerk für Ihre spätere Audittätigkeit.
VDA 6.3 Auditorenprüfung und Zertifikat
Die Prüfung findet als Audit Simulation statt und dauert einen Tag. Sie besteht aus vier Teilen, die Ihre praktischen Fähigkeiten als Auditor bewerten:
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Phase
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Dauer
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Inhalt
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Vorbereitungsphase
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25 Minuten
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Vorbereitung der Audit Simulation
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Auditsimulation
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20 Minuten
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Durchführung eines simulierten Prozess Audits
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Feststellungen
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5-10 Minuten
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Formulierung und Bewertung der Auditfeststellungen
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Interview
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5-10 Minuten
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Fachgespräch zur Prüfung Ihrer Kenntnisse
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Die Bewertung konzentriert sich auf Ihr Auftreten als Auditor. Dabei werden Auditvorbereitung, Auditorenverhalten während der Simulation und Nachbereitung beurteilt.
Sie dürfen Ihre schriftlichen Hilfsmittel aus den VDA-Schulungen verwenden, einschließlich Normenbände. Diese müssen Sie eigenständig zur Prüfung mitbringen.
Nach bestandener Prüfung erhalten Sie ein VDA 6.3 Zertifikat mit registrierter Nummer. Das Zertifikat bescheinigt, dass Sie berechtigt sind, intern und bei Lieferanten selbstständig Prozessaudits durchzuführen.
Gültigkeit, Verlängerung und Upgrade von Zertifikaten
Ihr VDA 6.3 Zertifikat ist fünf Jahre gültig. Danach müssen Sie Ihre Qualifikation erneuern, um weiterhin als zertifizierter Prozessauditor tätig zu sein.
Für die Verlängerung müssen Sie entsprechende Weiterbildungen nachweisen. Dies kann durch Teilnahme an Auffrischungsschulungen oder durch den Nachweis kontinuierlicher Audittätigkeit erfolgen.
Bei Änderungen der VDA 6.3 Norm, wie dem Übergang von VDA 6.3:2016 zu VDA 6.3:2023, kann ein Upgrade erforderlich sein. In diesem Fall müssen Sie sich mit den neuen Anforderungen vertraut machen und gegebenenfalls eine Upgrade-Schulung besuchen.
Das E-Certificate wird vom VDA QMC ausgestellt und kann online verifiziert werden. Dies ermöglicht Ihren Kunden und Arbeitgebern eine einfache Überprüfung Ihrer Qualifikation.
Wie können wir Sie unterstützen?
Durchführung und Rolle des VDA 6.3 Auditors
Ein VDA 6.3 Auditor bewertet systematisch Ihre Produktions- und Qualitätsprozesse entlang der gesamten Lieferkette. Die Durchführung erfordert fundiertes Wissen über Prozessschritte, Bewertungssystematik und Riskoanalyse sowie die Fähigkeit, verschiedene Auditformate anzuwenden.
Prozessaudit-Methodik und Ablauf nach VDA 6.3:2023
Die aktuelle VDA 6.3:2023 gliedert Ihr Prozessaudit in sieben Prozesselemente (P1-P7). Diese decken den gesamten Produktlebenszyklus ab: vom Projektmanagement über die Produkt- und Prozessentwicklung bis zur Serienfertigung und Kundenbetreuung.
Ihr Auditor beginnt mit der Auditvorbereitung und Auditplanung. Er analysiert dabei kundenspezifische Anforderungen und legt den Auditumfang fest. Die Riskoanalyse bestimmt, welche Prozessschritte besonders kritisch sind.
Während der Durchführung arbeitet Ihr Auditor mit dem standardisierten Fragenkatalog. Jede Frage wird bewertet und dokumentiert. Das neue Analysis Tool 1.0 unterstützt die Auswertung und Dokumentation als Web-Applikation.
Die sieben Prozesselemente umfassen:
Bewertungssystem, Prozessschritte und Risikoanalyse
Ihr Auditor verwendet ein einheitliches Bewertungssystem mit Punkten von 0 bis 10. Eine 10 bedeutet vollständige Erfüllung, während 0 erhebliche Mängel anzeigt. Dieses System garantiert vergleichbare Ergebnisse über verschiedene Standorte und Lieferanten hinweg.
Die Potenzialanalyse identifiziert Verbesserungsmöglichkeiten in Ihren Prozessen. Ihr Auditor bewertet nicht nur den Ist-Zustand, sondern zeigt Optimierungspotenziale auf.
Besonders wichtig sind die Starred Questions (markierte Fragen). Diese adressieren kritische Prozessmerkmale. Eine niedrige Bewertung bei diesen Fragen führt automatisch zu einer Gesamtabwertung.
Die Riskoanalyse ermittelt prozessbezogene Risiken. Ihr Auditor nutzt oft das Turtle-Modell zur strukturierten Prozessbetrachtung. Dieser Ansatz analysiert systematisch Inputs, Outputs, Ressourcen, Methoden und Kennzahlen wie SPC.
Das Bewertungsergebnis liefert die Grundlage für Managemententscheidungen. Kritische Abweichungen erfordern sofortige Korrekturmaßnahmen.
Spezielle Herausforderungen: Remote-, Hybrid- und Vor-Ort-Audits
Remote Audits haben sich besonders seit 2020 etabliert. Ihr Auditor nutzt digitale Tools zur Prozessbetrachtung, wenn physische Anwesenheit nicht möglich ist. Diese Form stellt besondere Anforderungen an die Dokumentation und digitale Kommunikation.
Hybrid Audits kombinieren Vor-Ort-Begehungen mit digitalen Elementen. Bestimmte Prozessschritte werden remote auditiert, andere direkt am Standort. Dies bietet Flexibilität bei der Auditplanung.
Anforderungen an verschiedene Auditformen:
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Auditform
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Vorteile
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Besondere Anforderungen
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Vor-Ort
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Direkter Prozesseinblick
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Reiseaufwand, Zeitplanung
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Remote
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Zeitersparnis, Flexibilität
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Stabile IT-Infrastruktur
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Hybrid
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Kombination beider Vorteile
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Koordination beider Formate
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Für Auditsimulationen trainieren Sie mit Ihrem Team realistische Szenarien. Diese Vorbereitung reduziert Unsicherheiten und verbessert Ihre Audit-Readiness erheblich.
Integration mit anderen Normen und branchenspezifischen Anforderungen
VDA 6.3 integriert sich nahtlos mit IATF 16949 und anderen Managementsystemen. Ihr Auditor prüft die Verknüpfung zwischen Prozessaudits und Systemaudits.
Bei Produkten mit integrierter Software gelten zusätzliche Anforderungen. Automotive SPICE bewertet Software Development Processes ergänzend zum VDA 6.3 Prozessaudit. Ihr Auditor muss beide Standards kennen.
Die VDA Automotive Core Tools wie AIAG & VDA FMEA und PPAP sind integraler Bestandteil der Prozessbewertung. Ihr Auditor prüft deren korrekte Anwendung in den relevanten Prozessschritten.
VDA 6.8 ergänzt regelmäßige Prozessaudits im Bereich Produktentwicklung. VDA MLA (Mehrstufiges Lieferantenaudit) strukturiert Ihr Lieferantenmanagement systematisch.
Das KARA Tool unterstützt Sie bei der Katalogerstellung und der Durchführung einer systematischen Riskoanalyse während der Auditplanung.
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Häufig gestellte Fragen:
Welche Qualifikationen und Erfahrungen sind erforderlich, um ein zertifizierter VDA 6.3 Auditor zu werden?
Sie müssen mehrere Voraussetzungen erfüllen, um die VDA 6.3 Zertifizierungsprüfung ablegen zu können. Zunächst benötigen Sie einen Qualifikationsnachweis für den viertägigen Kurs "VDA 6.3:2023 - Prozess-Auditor Qualifizierung".
Zusätzlich brauchen Sie einen Nachweis über mindestens drei Tage Auditorenqualifizierung nach DIN EN ISO 19011. Dies kann durch Schulungen wie VDA-Auditor, DGQ-Auditor oder EOQ-Auditor nachgewiesen werden.
Sie müssen Ihre Fachkompetenz in den Automotive Core Tools belegen. Das erreichen Sie entweder durch den Kurs "ID415:2022" oder "ID417:2019", oder durch eine zweitägige Schulung eines anderen Anbieters plus das erfolgreiche Bestehen des VDA QMC Automotive Core Tools Quiz. Das Quiz umfasst 30 Fragen, von denen Sie mindestens 70 Prozent richtig beantworten müssen.
Für die berufliche Erfahrung benötigen Sie mindestens fünf Jahre Vollzeitberufserfahrung in einem produzierenden Unternehmen. Davon müssen mindestens zwei Jahre in qualitätsbezogenen Tätigkeitsbereichen liegen. Ab drei Jahren Berufserfahrung können betriebliche Ausbildungszeiten zu 50 Prozent angerechnet werden, allerdings nur bei abgeschlossener dualer Ausbildung in einem technischen Beruf.
Nach bestandener Prüfung erhalten Sie ein VDA eCertifikat mit registrierter Nummer. Dieses Zertifikat ist fünf Jahre ab Prüfungsdatum gültig. Sie dürfen die Prüfung maximal zweimal wiederholen und müssen sie spätestens ein Jahr nach der ersten Prüfung bestehen.
Welche spezifischen Kenntnisse werden von einem VDA 6.3 Auditor im Bereich der Prozessauditierung erwartet?
Sie müssen fundierte Kenntnisse über den VDA 6.3 Fragenkatalog besitzen. Dieser umfasst 59 Fragen, davon 17 mit besonderer Bedeutung (markiert mit einem Stern) und 35 Fragen zur Potentialanalyse.
Das Bewertungsmodell für einzelne Fragen arbeitet mit dem System 10-8-6-4-0. Sie müssen verstehen, wie das Klassifizierungssystem (A, B, C) für die Gesamtbewertung funktioniert und wie die Abwertungsregeln angewendet werden.
Sie sollten das Turtle-Modell beherrschen und in Audits anwenden können. Dieses Werkzeug hilft Ihnen, Prozesse systematisch zu analysieren und alle relevanten Aspekte zu erfassen.
Kenntnisse über softwarebezogene Themen sind in der Version VDA 6.3:2023 neu hinzugekommen. Sie müssen diese Anforderungen im Fragenkatalog berücksichtigen und bewerten können.
Die Automotive Core Tools bilden einen wichtigen Wissensbereich. Dazu gehören VDA-Methoden zur Reifegradsicherung für Neuteile, FMEA nach AIAG & VDA, MSA (VDA Band 5), SPC (VDA Band 4), Stichprobenverfahren (VDA Band 2), Kontrollpläne nach IATF 16949:2016 und 8D-Problemlösungstechniken.
Sie müssen Anforderungen zur Beschaffung in den Prozesselementen P3 und P4 kennen. Diese wurden in der aktuellen Version verstärkt berücksichtigt.
Wie unterscheidet sich die VDA 6.3 Auditierung von anderen Qualitätsmanagementsystem-Auditierungen?
VDA 6.3 konzentriert sich ausschließlich auf die Bewertung von Prozessen während der Planung und Fertigung eines Produkts. Andere Qualitätsmanagementsystem-Audits wie ISO 9001 oder IATF 16949 betrachten das gesamte Managementsystem eines Unternehmens.
Die Bewertungsmethodik unterscheidet sich deutlich. Sie arbeiten mit einem Punktesystem von 10-8-6-4-0 für jede einzelne Frage. Die Gesamtbewertung erfolgt durch ein Klassifizierungssystem mit den Stufen A, B und C.
VDA 6.3 Audits werden typischerweise vor der Serienfreigabe durchgeführt. Sie dienen als Werkzeug zur Prozessoptimierung bei bestehenden Fertigungslinien oder zur Bewertung von Lieferanten.
Der Fragenkatalog ist standardisiert und umfasst spezifische Prozesselemente entlang der Produktentstehung und Fertigung. Sie folgen einer festgelegten Struktur, die für alle Auditoren gleich ist.
Die Potentialanalyse ist ein eigenständiger Bestandteil von VDA 6.3. Sie bewerten dabei die Fähigkeit potenzieller Lieferanten, die Anforderungen für ein Produkt und dessen Prozess bereits vor der Auftragsvergabe zu erfüllen.