Digitalisierung in der Automobilindustrie
Die Automobilindustrie durchläuft einen grundlegenden Wandel, und die Digitalisierung steht im Zentrum dieser Veränderung. Traditionelle Produktionsmethoden weichen modernen, vernetzten Systemen. Neue Technologien verändern nicht nur, wie Fahrzeuge hergestellt werden, sondern auch, wie sie funktionieren und mit ihrer Umgebung kommunizieren.

Die Digitalisierung der Automobilindustrie umfasst künstliche Intelligenz, automatisiertes Fahren, vernetzte Produktionssysteme und datenbasierte Geschäftsmodelle, die bis 2030 die gesamte Branche grundlegend transformieren werden. Deutsche Hersteller arbeiten bereits an hochautomatisierten Fahrfunktionen der Stufen 3 und 4. Erste Systeme sind seit 2022 in Oberklassefahrzeugen verfügbar. Die technische Komplexität steigt jedoch mit jeder weiteren Entwicklungsstufe erheblich an.
Die Branche steht vor großen Herausforderungen. Investitionen in Forschung und Entwicklung sind enorm. Wettbewerber aus den USA und China drängen auf den Markt. Gleichzeitig erfordert die digitale Transformation neue Kompetenzen, engere Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und eine Anpassung etablierter Strukturen. Auditierung, individuelle Beratung sowie Schulung und Weiterbildung helfen Unternehmen, diese Veränderungen erfolgreich zu bewältigen.
Wichtigste Erkenntnisse:
- Die Digitalisierung verändert Produktion, Fahrzeugtechnologie und Geschäftsmodelle in der Automobilindustrie grundlegend
- Automatisiertes Fahren entwickelt sich schrittweise von Level 1 bis Level 4, wobei erste hochautomatisierte Systeme bereits verfügbar sind
- Erfolgreiche Transformation erfordert gezielte Zusammenarbeit, neue Kompetenzen und strategische Investitionen in Schlüsseltechnologien
Wir bieten dazu folgende Leistungen an:
Auditierung
Beratung
Schulung
Weiterbildung
Kostenlose Erstberatung
Kernbereiche der Digitalisierung in der Automobilindustrie
Die Digitalisierung verändert die Automobilindustrie in drei zentralen Bereichen: der grundlegenden Umgestaltung von Geschäftsmodellen und Prozessen, der technischen Entwicklung intelligenter Fahrassistenzsysteme sowie dem strategischen Einsatz von Daten und künstlicher Intelligenz.
Digitale Transformation und Strukturwandel
Die digitale Transformation erfasst die gesamte Wertschöpfungskette der Automobilindustrie. Hersteller integrieren digitale Technologien in Entwicklung, Produktion und Vertrieb. Diese Veränderungen betreffen nicht nur einzelne Prozesse, sondern verändern die grundlegende Arbeitsweise der Unternehmen.
Vernetzte Produktionsprozesse ermöglichen eine flexible und effiziente Fertigung. Sensoren und digitale Systeme sammeln kontinuierlich Daten aus der Produktion. Diese Informationen helfen, Abläufe zu optimieren und Fehler frühzeitig zu erkennen.
Kunden erwarten heute personalisierte Mobilitätslösungen und vernetzte Fahrzeuge. Automobilhersteller entwickeln deshalb neue digitale Services wie Carsharing-Modelle und integrierte Navigationssysteme. Die Transformation erfordert neue Kompetenzen in der Softwareentwicklung und Datenanalyse.
Wichtige Veränderungsbereiche:
- Smarte Fabrikautomatisierung
- Digitale Vertriebskanäle
- Vernetzte Kundendienste
- Neue Geschäftsmodelle für Mobilität
Automatisierung und Advanced Driver Assistance Systems (ADAS)
ADAS-Systeme prägen bereits heute den Fahrzeugalltag. Diese Fahrerassistenzsysteme der Automatisierungsstufen Level 1 und 2 unterstützen Fahrer bei verschiedenen Aufgaben. Sie reichen von einfachen Spurhalteassistenten bis zu teilautomatisierten Fahrfunktionen.
Die Entwicklung höherer Automatisierungsstufen stellt die Branche vor größere Herausforderungen. Level 3 ermöglicht hochautomatisiertes Fahren unter bestimmten Bedingungen. Mercedes-Benz und BMW bieten seit 2022 beziehungsweise 2023 solche Systeme in ihren Oberklassefahrzeugen an.
Die Systeme funktionieren zunächst auf Autobahnen bei Geschwindigkeiten bis 130 km/h. Automatisierte Spurwechsel sind bereits möglich. Die Industrie arbeitet daran, diese Funktionen bis 2030 in breitem Umfang serienreif anzubieten.
| Automatisierungsstufe |
Funktionen |
Verfügbarkeit |
| Level 1-2 (ADAS) |
Assistenzsysteme, Teilautomatisierung |
Weit verbreitet |
| Level 3 |
Hochautomatisiertes Fahren auf Autobahnen |
Seit 2022/2023 verfügbar |
| Level 4 |
Vollautomatisierung in definierten Bereichen |
In Entwicklung bis 2030 |
Datenmanagement und Künstliche Intelligenz (KI)
Daten bilden die Grundlage für die digitale Transformation der Automobilindustrie. Moderne Fahrzeuge erzeugen große Mengen an Informationen über Fahrverhalten, Verkehrssituationen und Fahrzeugzustände. Diese Daten ermöglichen neue Funktionen und Dienstleistungen.
KI-gestützte Analysen verarbeiten diese Datenmengen und erkennen Muster. Künstliche Intelligenz verbessert die Leistung von Assistenzsystemen und ermöglicht präzisere Vorhersagen. Die Systeme lernen aus Millionen von Fahrsituationen und werden dadurch kontinuierlich sicherer.
Die Vernetzung von Fahrzeugen untereinander und mit der Infrastruktur schafft zusätzliche Möglichkeiten. Fahrzeuge tauschen Informationen über Verkehrsbedingungen und Gefahren aus. KI verarbeitet diese Daten in Echtzeit und unterstützt Fahrentscheidungen.
Hersteller investieren erheblich in Forschung und Entwicklung dieser Technologien. Die Zusammenarbeit zwischen Automobilunternehmen und Forschungseinrichtungen fördert den Kompetenzaufbau. Datenschutz und Datensicherheit spielen dabei eine zentrale Rolle.
Wie können wir Sie unterstützen?
Strategische Akteure, Zusammenarbeit und Zukunftsperspektiven
Die Digitalisierung verändert die Rollen traditioneller Akteure in der Automobilbranche und erfordert neue Formen der Zusammenarbeit. Unternehmen passen ihre Strukturen an und entwickeln innovative Geschäftsmodelle für ein digitales Mobilitätsökosystem.
Rolle von OEMs, Zulieferern und Zusammenarbeit im VDA
Die traditionelle Arbeitsteilung zwischen OEMs und Zulieferern befindet sich im Wandel. Software macht mittlerweile etwa die Hälfte des Wertes innovativer Fahrzeuge aus. Dies verschiebt die Wertschöpfung deutlich.
Zulieferer müssen neue Kompetenzen in der Softwareentwicklung aufbauen. Viele etablierte Tier-1-Zulieferer strukturieren ihre Unternehmen grundlegend um. Sie entwickeln sich von reinen Produktionsunternehmen zu Anbietern digitaler Mobilitätslösungen.
Der VDA koordiniert die Zusammenarbeit in der deutschen Automobilindustrie. Er unterstützt Unternehmen bei der Bewältigung der digitalen Transformation. Gemeinsame Standards und Forschungsprojekte helfen, Entwicklungskosten zu teilen.
Strategische Partnerschaften werden wichtiger. Die Komplexität von softwaredefinierten Fahrzeugen und autonomem Fahren übersteigt oft die Kapazitäten einzelner Unternehmen. Kooperationen zwischen OEMs, Zulieferern und Technologieunternehmen ermöglichen den Zugang zu neuen Kompetenzen.
Veränderungen in Organisation, Marketing und Geschäftsmodellen
Die Organisation in der Automobilbranche erfordert neue Strukturen. Agile Arbeitsweisen ersetzen hierarchische Prozesse. Unternehmen müssen entscheiden, ob sie Greenfield-Ansätze für neue Geschäftsfelder wählen oder bestehende Strukturen anpassen.
Funktionale Forschungs- und Entwicklungsstrukturen werden grundlegend neu ausgerichtet. Datengetriebene Entwicklung und digitale Kompetenzen rücken in den Mittelpunkt. Dies verändert auch die Unternehmenskultur nachhaltig.
Das Marketing wandelt sich durch digitale Technologien. Direkter Kundenkontakt über digitale Kanäle wird wichtiger. Automobilhersteller können nun Daten über das Nutzungsverhalten sammeln und personalisierte Angebote erstellen.
Neue Geschäftsmodelle entstehen durch die Kombination von Hardware, Software und Dienstleistungen. Mobility-as-a-Service-Angebote ergänzen den traditionellen Fahrzeugverkauf. Software-Updates und digitale Zusatzdienste schaffen wiederkehrende Einnahmen nach dem Fahrzeugkauf.
Ausblick: Nachhaltigkeit und technologische Innovationen
Nachhaltigkeit und Dekarbonisierung treiben die technologische Entwicklung voran. Elektrifizierung des Antriebs wird durch verschärfte Regulierung beschleunigt. Digitale Technologien optimieren Energieverbrauch und Produktionsprozesse.
Autonomes Fahren verändert traditionelle Wertschöpfungsketten erheblich. Der digitale Fahrer übernimmt Aufgaben, die bisher Menschen ausführten. Dies schafft Raum für neue Dienstleistungen während der Fahrt.
Konnektivität ermöglicht völlig neue Mobilitätskonzepte. Vernetzte Fahrzeuge kommunizieren mit Infrastruktur und anderen Verkehrsteilnehmern. Dies verbessert Verkehrsfluss und Sicherheit.
Die Investitionen in Zukunftstechnologien sind erheblich. Unternehmen brauchen Kostendisziplin und effiziente Entwicklungsfunktionen. Partnering-Strategien helfen, Investitionslasten zu teilen und Know-how zu bündeln. Der Erfolg hängt davon ab, wie gut Unternehmen ihre Position im entstehenden Mobilitätsökosystem finden.
Haben Sie Fragen?
Häufig gestellte Fragen:
Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung auf die Produktionseffizienz in der Automobilindustrie?
Die Digitalisierung ermöglicht eine automatisierte Datensammlung und -analyse in der Produktionsumgebung. Unternehmen können dadurch Prozesse optimieren und Fehler schneller erkennen.
Maschinen und Anlagen kommunizieren miteinander und melden Wartungsbedarf, bevor Ausfälle entstehen. Diese vorausschauende Wartung reduziert ungeplante Stillstände erheblich.
Digitale Systeme überwachen die Qualität in Echtzeit während des gesamten Fertigungsprozesses. Produktionsmitarbeiter erhalten sofortige Rückmeldungen und können Abweichungen direkt korrigieren.
Die Planung und Steuerung der Produktion wird durch digitale Werkzeuge flexibler. Automobilhersteller können schneller auf Nachfrageänderungen reagieren und ihre Fertigungslinien anpassen.
Wie verändert die Digitalisierung die Entwicklung und das Design neuer Fahrzeugmodelle?
Digitale Zwillinge spielen eine zentrale Rolle in der modernen Fahrzeugentwicklung. Diese virtuellen Abbilder ermöglichen es, Fahrzeuge am Computer zu testen, bevor physische Prototypen gebaut werden.
Ingenieure können verschiedene Designvarianten schnell simulieren und bewerten. Das spart Zeit und reduziert die Kosten für aufwendige Testfahrten und Prototypen.
Die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Entwicklungsteams wird durch digitale Plattformen erleichtert. Konstrukteure, Designer und Ingenieure arbeiten gleichzeitig an denselben Modellen, auch wenn sie an verschiedenen Standorten sitzen.
Simulationen berechnen das Verhalten von Fahrzeugen unter unterschiedlichen Bedingungen. Crashtest-Simulationen, Aerodynamik-Tests und Materialprüfungen finden virtuell statt.
Welche Rolle spielen Datenanalyse und Big Data in der zukunftsorientierten Automobilindustrie?
Fahrzeuge erzeugen heute riesige Datenmengen während des Betriebs. Diese Informationen über Fahrverhalten, Systemleistung und Umgebungsbedingungen helfen bei der Weiterentwicklung von Technologien.
Hersteller nutzen diese Daten, um die Zuverlässigkeit ihrer Fahrzeuge zu verbessern. Wenn bestimmte Komponenten in vielen Fahrzeugen ähnliche Probleme zeigen, können Ingenieure gezielt Verbesserungen entwickeln.
Die Analyse von Kundendaten ermöglicht personalisierte Angebote und Dienstleistungen. Automobilhersteller verstehen besser, welche Funktionen Kunden tatsächlich nutzen und schätzen.
Datenanalyse unterstützt auch die Entwicklung automatisierter Fahrfunktionen. Künstliche Intelligenz lernt aus Millionen von Fahrsituationen und verbessert kontinuierlich die Reaktionen automatisierter Systeme.
Wie beeinflusst die Digitalisierung die Kundeninteraktion und den Verkaufsprozess in der Automobilbranche?
Online-Konfiguratoren ermöglichen es Interessenten, ihr Wunschfahrzeug zu Hause am Computer zusammenzustellen. Kunden sehen sofort, wie verschiedene Optionen aussehen und was sie kosten.
Virtuelle Showrooms und erweiterte Realität bieten neue Möglichkeiten für die Präsentation von Fahrzeugen. Kaufinteressenten können Autos digital erkunden, ohne eine Filiale besuchen zu müssen.
Digitale Kanäle schaffen direkte Verbindungen zwischen Herstellern und Kunden. Chat-Funktionen und Online-Beratung beantworten Fragen schnell und unkompliziert.
Der gesamte Kaufprozess kann zunehmend digital abgewickelt werden. Von der Finanzierung über den Versicherungsabschluss bis zur Lieferung nach Hause organisieren Kunden alles online.
Nach dem Kauf bleiben Hersteller durch digitale Services mit ihren Kunden in Kontakt. Updates für Fahrzeugsoftware erfolgen drahtlos, und Wartungstermine werden automatisch vorgeschlagen.
Inwiefern trägt die Digitalisierung zur Verbesserung der Nachhaltigkeit in der Automobilproduktion bei?
Digitale Systeme überwachen den Energie- und Ressourcenverbrauch in Produktionsstätten kontinuierlich. Unternehmen erkennen dadurch Einsparpotenziale und können gezielt Maßnahmen ergreifen.
Die optimierte Produktionsplanung durch digitale Werkzeuge reduziert Ausschuss und Verschwendung. Material wird effizienter eingesetzt, und weniger Teile müssen entsorgt werden.
Simulationen helfen bei der Entwicklung leichterer und effizienterer Fahrzeuge. Ingenieure können verschiedene Materialien und Konstruktionen testen, ohne physische Prototypen zu bauen.
Digitale Lieferketten ermöglichen eine bessere Abstimmung zwischen Zulieferern und Herstellern. Das reduziert Lagerbestände und unnötige Transportwege.